„Bares für Rares“ Experte sieht wertvolles Bild – doch eine Nadel sorgt für den Schock

Bares für rares

Christian und Heike Doppler warten auf das Urteil von Experte Albert Maier.

Köln – Das Ehepaar Christian und Heike Doppler aus Siegen hofft im Pulheimer Walzwerk auf eine gute Expertise.

Bei sich haben die beiden ein Gemälde aus dem 19. Jahrhundert. Eines, das auf den ersten Blick sehr wertvoll aussieht. Doch was Kunsthändler Albert Maier dann feststellt, überrascht alle Beteiligten – auf eine sehr negative Weise.

Kunstwerk stellt altgriechische Szene dar

Laut Heike Doppler handelt es sich bei dem Gemälde um ein aus Marmor gehauenes Gemälde, eingefasst in einen vergoldeten Rahmen. Das Ehepaar hat das antike Bildwerk vor 25 Jahren auf einem Koblenzer Antikmarkt erworben.

Alles zum Thema Horst Lichter

Meistens ist das Pulheimer Walzwerk Ort des Geschehens bei „Bares für Rares“. Es gibt jedoch auch einige andere Drehorte (lesen Sie hier mehr).

Auf dem Rundbild ist eine Szene aus der Komödie „Sommernachtstraum“ zu sehen. Oberon, der König der Elfen, ist im Streit mit seiner Frau Titania. Mithilfe von Blütennektar möchte er sie verzaubern und wieder gefügig machen. Soweit zur abgebildeten Geschichte.

Kunstliebhaberin und Malerin Heike und ihr Mann möchten sich jetzt jedoch von dem Kunstwerk trennen.

Experte Albert Maier ist geschockt

Der „Bares für Rares“ – Experte scheint sich zunächst sicher zu sein. Das vorliegende kreisrunde Marmorwerk (genannt Tondo) wurde am 1. Januar 1848 vom neuseeländischen Bildhauer Edward William Wyon erstellt.

Ehrfürchtiges Raunen geht durch die Reihen. „Also richtig alt“, bemerkt Moderator Horst Lichter. Doch Experte Albert Maier beginnt zu zögern. Er möchte das Gemälde testen.

Bares für rares - Tondo

Das sogenannte Tondo ist eine dreiste Fälschung aus Asien.

Dazu zückt er eine kleine Nadel und erhitzt diese über einer kleinen Flamme. „Oh, jetzt bin ich aber gespannt“, so Horst Lichter.

Dann der Schock. Die heiße Nadel gleitet ohne Mühe in den angeblichen Marmor. „Albert, das ist ein ganz doofes Zeichen“, stellt Horst Lichter fest. Ob es ein Druck ist, fragt Kandidatin Heike. „Nein, noch schlimmer“, antwortet Horst Lichter.

Es handelt sich nämlich um eine Fälschung aus Asien. Diese Fälschungen der Tondos wurde in großer Stückzahl auf deutschen, belgischen und niederländischen Flohmärkten verkauft. Mit großem Erfolg.

Das Bildwerk der Dopplers ist leider nicht so alt wie sie dachten. Dafür ist diese Jesus-Figur mächtig alt und hing an einem sehr skurrilen Ort (erfahren Sie hier mehr).

Fälschung ist reinstes Plastik

Wäre das Bildwerk aus Marmor, hätte man mit der Nadel nicht so leicht in das Material stechen können. Leider besteht Christians und Heikes Kunstwerk aus reinstem Plastik.

Für die Fälschung gibt es vom Moderator natürlich keine Händlerkarte. „Die Expertise war für uns interessant und ich habe einiges daraus gelernt: Dass man nicht zu vorschnell etwas erwirbt, was Kunst sein soll“, schließt Ehemann Christian aus dem erfolglosen Ausflug zu „Bares für Rares“.

Kunstschätze und ihre Liebhaber sind hier herzlich willkommen!

„Bares für Rares“ wird seit 2013 im ZDF ausgestrahlt. Moderator Horst Lichter ist der Gastgeber der Trödelsendung, bei der Teilnehmer ihre Antiquitäten, Raritäten und auch Kuriositäten vorstellen und im Idealfall durch einen Verkauf eine schöne Summe mit nach Hause nehmen.

Seit 2013 wird die Sendung, die in Köln produziert wird, im Nachmittagsprogramm des ZDF ausgestrahlt und hat sich zu einem echten Quoten-Garant entwickelt. Von Montag bis Freitag schalten im Durchschnitt drei Millionen TV-Zuschauer ein, wenn es ums Feilschen und Handeln geht.

So läuft die Sendung „Bares für Rares“ ab

Die Kandidaten werden samt ihren Verkaufsobjekten zu einem Experten geschickt, der die Ware überprüft, etwas zur Geschichte erzählen kann und dann einen Schätzwert abgibt, in welchem preislichen Rahmen sich der Verkaufswert befindet. Liegt diese Summe nah an der preislichen Erwartung der Teilnehmer, bekommen sie von Moderator Lichter die Händlerkarte überreicht. Diese ist die Eintrittskarte in den Raum, in dem sich die Antiquitätenhändler befinden.

Erfahren Sie hier mehr über die „Bares für Rares“-Experten und ihre verrückten Vorgeschichten.

Dort stellen sich die Kandidaten samt Gegenstand vor. Ähnlich wie bei einer Versteigerung versuchen die fünf Händler dann, das jeweilige Exponat für sich zu sichern. Das kann dazu führen, dass die Summe unverhofft in die Höhe steigt. Dann liegt es am Anbieter, ob er die Summe der Händler akzeptiert oder noch feilschen will. Erhält der Höchstbietende den Zuschlag, bezahlt er die Summe in bar an den Verkäufer aus. 

Das bisher höchste Gebot

Neben der klassischen Ausgabe wurden auch schon zahlreiche Spezial-Ausgaben produziert. So gab es schon Promi-Ausgaben, Händlerduelle, eine Prime-Time-Show im ZDF, die unter dem Namen „Deutschlands größte Trödelshow lief“.

Das bisher höchste Gebot lag übrigens bei 35.000 Euro, Im Jahr 2014 wechselte ein Borgward Isabella Cabriolet den Besitzer. 

(lrat)

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