„Bares für Rares“Nach Verkauf in TV-Show: Berühmte Künstlerin will ihr Werk zurück – Streit landet vor Gericht

Die Künstlerin Isa Genzken posiert im Martin-Gropius-Bau.

Die Künstlerin Isa Genzken, hier im Jahr 2016, fordert eine ihrer Skulpturen zurück, nachdem diese in der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ verkauft wurde.

Der Verkauf einer Skulptur der Künstlerin Isa Genzken brachte Krankenpfleger Jörg Friedrich satte 16.000 Euro. Der Haken: Die Künstlerin fordert ihr Werk nun zurück.

von Luisa Maria Stickeler (ls)

Bei „Bares für Rares“ stießen die Händlerinnen und Händler schon auf so manchen Schatz – so auch im September 2023. Krankenpfleger Jörg Friedrich verkaufte eine Skulptur der Künstlerin Isa Genzken und erhielt satte 16.000 Euro von Händlerin Susanne Steiger. 

Friedrich habe die Figur („Weltempfänger“) im Jahr 2011 von der Künstlerin selbst geschenkt bekommen, erklärte er in der Sendung. Das Problem: Genzken will ihre Figur nun wieder haben.

„Bares für Rares“: Künstlerin Isa Genzken fordert Skulptur zurück

Die Künstlerin und ihr Betreuer behaupten, dass sie nicht geschäftstüchtig gewesen sei, als sie die Skulptur verschenkte. Ihr Betreuer hätte der Schenkung einwilligen müssen. Dies sei allerdings nicht geschehen, so Genzken. Die Künstlerin leidet unter einer bipolaren Störung, die sie immer wieder in Dunkelheit und seelische Not stürzt.

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„Ich habe die vergangenen zehn Jahre teilweise in der Psychiatrie verbracht“, sagte Genzken 2016 gegenüber dem „Tagesspiegel“. „Hab angefangen zu saufen und zu saufen, habe mich sehr unangemessen benommen – wegen dieses Unglücks mit meinem Mann!“ Die 74-Jährige war von 1982 bis 1993 mit Maler und Bildhauer Gerhard Richter verheiratet.

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Friedrich behauptete, der Künstlerin in einer schwierigen Zeit beigestanden zu haben. Zum Dank habe Genzken ihm die Skulptur geschenkt. Bis zu seinem Auftritt bei „Bares für Rares“ war dies gänzlich unbekannt gewesen.

Nach dem Verkauf der Figur in der Sendung landete diese beim Auktionshaus Sotheby's in Köln – mit einer Preisvorstellung zwischen 30.000 und 50.000 Euro.

Doch bevor die Auktion beendet war, wurde das Kunstwerk zurückgezogen. Der Grund: Ein Antrag auf einstweilige Verfügung. Mit diesem wollten Künstlerin und Betreuer die Herausgabe des Kunstwerks erreichen.

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Wie die „Kölnische Rundschau“ nun berichtet, ist dies allerdings nicht geglückt. Zivilrichter Dominik Bitzenhofer wies Anfang des Monats den beim Landgericht Bonn eingegangenen Antrag zurück, bestätigte eine Pressesprecherin gegenüber der Zeitung. Noch haben die Antragssteller die Möglichkeit, Beschwerde gegen die Entscheidung einzureichen. 

Isa Genzken gilt als eine der wichtigsten deutschen Gegenwartkünstlerinnen. Ein Exemplar ihrer berühmten Arbeit erinnert neben dem neuen World Trade Center an die Toten des Terroranschlags vom 11. September 2001. Die Künstlerin wurde mit ihren Arbeiten dreimal zur documenta in Kassel eingeladen. Die Biennale in Venedig holte die Künstlerin gleich fünfmal in die Lagunenstadt. Am Montag (27. November) wird die in Berlin lebende Genzken 75 Jahre alt. (mit dpa)