WM-Schiri gestoppt: Experten warnen vor US-Willkür
WM-Eklat um SchiriTerror-Verdacht! USA verweigern Unparteiischem die Einreise

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Bei seiner Rückkehr nach Somalia wurde Referee Omar Artan gefeiert.
Ein Schiedsrichter wird an der US-Grenze abgewiesen und darf nicht zur WM. Der Vorfall löst eine Welle der Empörung aus. Was das für alle Fans, auch aus Deutschland, bedeutet und warum jetzt schwere Vorwürfe laut werden.
Die Fußball-Weltmeisterschaft steht vor der Tür, doch ein Vorfall sorgt für einen gewaltigen Eklat. Der somalische Referee Omar Artan sollte eigentlich als einer von sieben Unparteiischen aus Afrika bei dem Turnier dabei sein. Aber am Airport in Miami war für ihn Endstation. US-Grenzbeamte verweigerten ihm die Einreise und setzten ihn ins nächste Flugzeug zurück – obwohl er laut eigener Aussage alle notwendigen Papiere dabeihatte.
Die offizielle Rechtfertigung aus den USA lautet: Sicherheitsbedenken. Ein Sprecher der US-Regierung informierte den Sender CNN, dass eine Kontrolle am Flughafen bei Artan „Verbindungen zu mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen“ aufgedeckt habe. Sein Heimatland Somalia ist eines von 39 Ländern, dessen Bürgerinnen und Bürger unter die strengeren Einreiseregeln von US-Präsident Donald Trump fallen.
Scharfe Kritik an den USA: „So kann man keine WM veranstalten“
Experten reagieren fassungslos. „Wir haben genau das erwartet von den USA: Dass sie Leute ausschließen, die ihnen irgendwie aus irgendeinem Grund nicht in den Kram passen“, erklärt Mark Pieth gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Pieth ist Professor für Strafrecht aus Basel und war von 2011 bis 2013 Chef der unabhängigen Governance-Kommission der FIFA.
Für den scharfen Kritiker des Weltverbands ist die Sache klar: „Das geht nicht. Weltmeisterschaft heißt, dass die Leute aus der ganzen Welt dabei sein können, wenn sie qualifiziert sind.“ Seiner Meinung nach sind die Vereinigten Staaten unter diesen Bedingungen unfähig, ein solches Turnier zu veranstalten. Maja Liebing von Amnesty International in Deutschland stimmt zu: „Eine Weltmeisterschaft, bei der große Teile der Welt gar nicht einreisen dürfen, widerspricht sich eigentlich selbst.“
DFB-Direktor Völler mit düsterer Prognose
Sogar der Sportdirektor des DFB, Rudi Völler (66), meldet sich zu Wort und missbilligt die Einreiseverweigerung für Artan. „Ich hätte es auch gerne anders gehabt. Das ist nicht schön“, moniert er. Er bemüht sich aber um diplomatische Töne, da er die genauen Umstände nicht kenne.
Dennoch hat Völler eine ungute Ahnung. „Es ist schade. Aber wir sind auch die falschen Ansprechpartner für Probleme, die jetzt gewesen sind und auch noch kommen werden“, meint die Fußball-Legende. Und fügt hinzu: „Mein Bauchgefühl sagt mir, es wird nicht die allerletzte Geschichte gewesen sein.“
Warnung für WM-Touristen: Das droht deutschen Fans
Obwohl deutsche Anhänger nicht unter die offiziellen Reiseverbote fallen, sollten sie sich auf scharfe Überprüfungen vorbereiten. Maja Liebing warnt eindringlich: „Es ist angekündigt worden, dass bei der Einreise elektronische Geräte überprüft werden können, Social-Media-Accounts überprüft werden können auf 'anti-amerikanische Inhalte'.“
Besonders schwierig könnte es für queere Reisende werden. Wenn das äußere Erscheinungsbild nicht mit dem Geschlechtseintrag im Pass zusammenpasst, drohen Schwierigkeiten. „Ich weiß, dass viele queere Fangruppen ihren Mitgliedern davon abgeraten haben, überhaupt zu reisen“, berichtet Liebing. Experte Pieth bekräftigt, dass auch ein deutscher Reisepass keine Garantie ist: „Es herrscht reine Willkür, wer da rein darf.“
Und die FIFA? Experten nennen Verhalten „peinlich“ und „zynisch“
Und was unternimmt der Weltverband? Offiziell: nichts. Die FIFA erklärte, sie mische sich nicht in die Einwanderungsprozesse des Gastgebers ein. Das letzte Wort habe das Austragungsland. Ein echter Hammer, denn FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte noch im August versprochen, alle seien willkommen und der Prozess werde „reibungslos“ verlaufen.
Für Experte Pieth ist dieses Verhalten „im Grunde nur peinlich“. Er wirft der Organisation vor, ihren eigenen Referee im Stich zu lassen. „Das ist zynisch. Das sind Schwächlinge“, urteilt der 73-Jährige. Seine Einschätzung: „Die wollen die Amerikaner nicht vergraulen.“
Auch für deutsche Fans mit einer zweiten Staatsbürgerschaft (zum Beispiel aus dem Iran oder einem anderen betroffenen Staat) gibt es keine hundertprozentige Entwarnung. Liebing erklärt, sie seien zwar „in der Theorie“ von den Verboten ausgenommen, aber verschärfte Kontrollen könne man nicht ausschließen. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
