Überraschende Wal-WendeMinister widerspricht Experten und erlaubt private Rettungsaktion

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Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) gibt dem Wal jetzt eine Chance. Wochenlang war er anderer Meinung.
Wal-Drama vor Poel: Minister wagt alles gegen Experten-Rat! Was für eine Wende im Wal-Krimi vor der Insel Poel! Erst sollte das Tier in Ruhe sterben, jetzt die plötzliche Kehrtwende: Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern (SPD), gibt grünes Licht für eine private Rettungsmission.
Mit dieser Entscheidung ignoriert er die Empfehlung seiner wissenschaftlichen Fachleute. Diese hatten zuvor geraten, das entkräftete Säugetier seinem Schicksal zu überlassen. Man ging davon aus, dass der Wal ohnehin bald verenden würde und man ihn im seichten Wasser der Kirchsee-Bucht nicht stören sollte.
Minister rechtfertigt seinen Alleingang
Schon früh am Morgen des ersten Rettungstages war Backhaus persönlich anwesend. Die Aktion wird übrigens von Walter Gunz, dem Gründer von Mediamarkt, mitfinanziert. Der Minister erklärte, der springende Punkt sei ein nun vorliegendes, passendes und schonendes Vorgehen. Dem Tier dürfe kein Schaden zugefügt werden. „Solange das eingehalten wird, sehe ich keinen Grund, dass die Chance nicht genutzt wird.“
Ist das sein Erfolgsrezept als Dauer-Minister?
Seit 1998 sitzt Backhaus im Ministeramt in Mecklenburg-Vorpommern, was ihn zum Rekordhalter in Deutschland macht. Seine Handlungsweise in der Wal-Krise offenbart vielleicht sein Erfolgsgeheimnis: eine Mischung aus Pragmatismus und Flexibilität.
Ein gutes Beispiel ist sein Agieren bei der Auseinandersetzung um das LNG-Terminal auf der Insel Rügen. Zuerst meldete sein Ressort Bedenken an, doch er garantierte ein gesetzeskonformes Genehmigungsverfahren. Nach dem Start der Anlage pries er das Terminal als bedeutenden Baustein für die Versorgungssicherheit.
Backhaus' Ansage: „Wissenschaft kann sich auch mal irren“
Doch zurück zum Wal vor Poel. Backhaus ist sich der kritischen Lage des Buckelwals bewusst. „Aus meiner Sicht hat der Wal aber auch eine Chance.“ Der Meeressäuger zeige weiterhin Lebenszeichen, er bewege seine Flossen, strecke den Kopf aus dem Wasser und gebe Laute von sich.
Und dann kommt der Satz, der es in sich hat: „Bei allem Wohlwollen finde ich, dass auch die Wissenschaft sich mal irren könne“, so die Aussage des Ministers, die von der „dpa“ gemeldet wird. Die Verantwortung tragen jetzt die privaten Initiatoren. Er persönlich werde das Tier bis zum Schluss begleiten, „in die Freiheit fürs Leben oder auch andersrum. Und dazu stehe ich.“ (red)
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