Wal Timmy ist frei, doch ein kaputter Sender sorgt für Zoff.
Drama um Wal-RettungTimmy verschwunden! Panne entfacht Riesen-Streit

Copyright: Philip Dulian/dpa
Buckelwal „Timmy“ wurde in einem gefluteten Lastschiff aus seiner bedrohlichen Lage befreit.
Der Buckelwal ist frei, doch jetzt herrscht Funkstille. Wo ist Timmy? Ein kaputter Sender sorgt für Zoff und große Sorgen.
Einen ganzen Tag nach der heftig debattierten Befreiung von Buckelwal „Timmy“ gibt es am Sonntag immer noch keine Spur von ihm. Sein Schicksal ist völlig unklar. Ein defektes Ortungsgerät, das von einer privaten Rettungsgruppe angebracht wurde, scheint der Grund zu sein. Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt.
Karin-Walter-Mommert, eine der Organisatorinnen der Aktion, räumte am Sonntag ein, dass der am Wal angebrachte Sender nur sporadisch Signale sendet. Aus diesem Grund habe sie keinerlei aktuelle Informationen zu „Timmys“ Position. Sie versicherte jedoch, man arbeite fieberhaft an der Behebung des Problems.

Copyright: Christoph Reichwein/dpa
Der Buckelwal wurde in seiner Barge entlang der dänischen Küste durch die Ostsee gezogen.
Trotz Technik-Chaos: Ein Lebenszeichen von Timmy
Einen kleinen Lichtblick gibt es aber doch: Jedes Mal, wenn Timmy zum Atmen an die Wasseroberfläche kommt, übermittelt der Tracker kurz seine Gesundheitsdaten. Karin Walter-Mommert zufolge sind diese Werte „im grünen Bereich. Wenn das die nächsten 14 Tage so weitergeht, sind wir glücklich.“ Die nächsten 14 Tage sind entscheidend. Wenn „Timmy“ diese Zeit übersteht, hat er gute Aussichten zu überleben.
Die allerersten Daten vom Samstagnachmittag gaben noch Grund zur Zuversicht. Sie zeigten, dass der Wal nach seiner Befreiung den korrekten Kurs eingeschlagen hatte. „Timmy“ bewegte sich in nordwestliche Richtung, mit dem Ziel, die Atlantikküste Norwegens zu erreichen.
Zoff um Rettung: Minister erhebt schwere Vorwürfe
Doch der Ärger beschränkt sich nicht nur auf den kaputten Sender. Für Zündstoff sorgt auch ein Überwachungssystem mit Kameras, das zur Beobachtung des Wals dienen sollte. Entgegen der Vereinbarung wurde es nicht montiert. Umweltminister Till Backhaus übt heftige Kritik an dem Vorgehen. Er betont, die Datenübertragung sei fest abgemacht und mehrfach eingefordert worden, doch bis heute sei nichts geschehen.

Copyright: Christoph Reichwein/dpa
Der Buckelwal „Timmy“ lag ein paar Tage in dieser Barge.
Das Tier wurde am Samstagmorgen um etwa 08:45 Uhr im Skagerrak freigelassen. Diese Aktion beschrieb Walter-Mommert selbst als überstürzt und unorganisiert. Auf welche Weise „Timmy“ von dem Transportschiff herunterkam, ist nach wie vor ein Rätsel.
Überstürzte Freilassung mit Verletzungen?
Besonders heikel sind die Berichte über die Vorgänge direkt vor der Freisetzung. Es heißt, der Wal könnte sich beim Verlassen des Kahns sogar leichte Verletzungen zugezogen haben. „Wir hätten ihn gern noch ein ganzes Stück weiter begleitet“, erklärte Walter-Mommert. Sie grenzte sich deutlich von der „Art und Weise“ ab, wie der Wal freigelassen wurde. Sie vermutet, dass die Mannschaft des Schleppers die Aktion vorzeitig abbrechen wollte.
Hinter der umstrittenen Rettungsmission steckten hauptsächlich Karin Walter-Mommert sowie der Mitbegründer von Mediamarkt, Walter Gunz, die das Projekt ins Leben riefen und bezahlten. Walter-Mommert gab bekannt, dass sie sich auch in Zukunft für den Schutz von Tieren, speziell für die Rettung von Walen, einsetzen wird. Das gelte auch für zukünftige Strandungen von Meerestieren. „Ich würde es immer wieder machen“, bekräftigte sie. Der Wal, dessen Heimat der Atlantik ist, trieb seit Anfang des Monats März vor der deutschen Ostseeküste und strandete dort wiederholt. Anscheinend war er in Fischernetzen verheddert, da Überbleibsel davon in seinem Maul gefunden wurden. Das Tier hatte fast einen Monat lang in einem Ausläufer der Wismarer Bucht bei der Insel Poel festgesessen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
