Schmeicheln oder Konfrontation: So geht Europa mit Trump um.
Trump schimpft „keine Ahnung“Kanzler Merz verärgert US-Präsidenten mit kritischen Worten

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Trump reagiert mit Maßnahmen gegen Verbündete meist auf Aussagen, die ihn verärgert haben.
Europa zittert, wenn US-Präsident Donald Trump loslegt und drastische Konsequenzen für den Kontinent in Aussicht stellt. Sein Timing ist dabei selten zufällig: Meistens ist es eine Retourkutsche für Kommentare, die ihm nicht gepasst haben. So scheint es auch jetzt bei den Plänen für saftigere Zölle auf Auto-Exporte und einen teilweisen Abzug der US-Soldaten. Im Visier als möglicher Auslöser: kritische Bemerkungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Aber was ist der beste Kurs gegenüber Trump? Europas Anführer probieren es mit völlig verschiedenen Ansätzen.

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Deutschland muss als Exportnation und Wirtschaftsmotor Europas amerikanische Rache-Aktionen besonders fürchten. (Archivbild)
Ruttes Taktik: Anbiedern und Schmeicheln
Mark Rutte, der niederländische Nato-Generalsekretär, verfolgt die Strategie, Trump mit Lob zu überschütten. Den Spitznamen „Daddy“ wollte Rutte zwar nicht bestätigen, doch ein anderer Satz von ihm wird wohl in Erinnerung bleiben: „Donald, Du hast uns zu einem wirklich, wirklich wichtigen Moment für Amerika, Europa und die Welt geführt. Du wirst etwas erreichen, was kein amerikanischer Präsident seit Jahrzehnten geschafft hat.“ Der Zweck dieser Schmeicheleien: einen Austritt der USA aus der Nato zu verhindern. Bislang ist Rutte damit erfolgreich.

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Im Iran-Krieg untersagte der spanische Ministerpräsident Sánchez den USA, spanische Militärbasen für den Einsatz zu nutzen. (Archivbild)
Sánchez' Ansatz: Der Konfrontationskurs
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez geht einen komplett anderen Weg. Ob er das aus fester Überzeugung tut oder weil er spekuliert, dass Trump am Ende Gegenwind mehr schätzt als Schmeicheleien, bleibt offen. Ein klares Zeichen setzte er im Iran-Konflikt: Sánchez verweigerte den USA die Nutzung spanischer Militärstützpunkte für die Operation.
Trumps Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Er schäumte vor Wut und drohte Spanien wiederholt mit Konsequenzen. Sánchez konterte, dass „blinder und unterwürfiger Gehorsam“ kein Merkmal von Führungsstärke sei. Das lässt ihn zwar stark aussehen, aber kann diese Taktik für einen der großen Akteure in Europa wirklich erfolgreich sein?

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Nato-Generalsekretär Mark Rutte will dafür sorgen, dass es nicht zu einem Austritt der USA aus dem Verteidigungsbündnis kommt. (Archivbild)
Der Merz-Weg: Ein Hin und Her
Als Exportland und ökonomische Kraftzentrale Europas hat Deutschland besonders viel bei amerikanischen Vergeltungsmaßnahmen zu verlieren. Kanzler Merz wählte deshalb bei seinen Visiten im Weißen Haus einen diplomatischen Ansatz: offen und freundlich bei öffentlichen Terminen, aber deutlich in der Sache hinter verschlossenen Türen. In Deutschland hingegen zeigt er sich oft kritischer gegenüber Trump.
In der heutigen Zeit von YouTube und sozialen Netzwerken erreichen aber auch solche Kommentare aus der Ferne den Präsidenten. Vermutlich waren es Merz' Worte zum Iran-Konflikt während eines Austauschs mit Schülern in seiner Heimat, dem Sauerland, die Trump nun zur Weißglut trieben. Trump schimpfte, Merz habe „keine Ahnung“ und regiere ein „kaputtes Land“. Direkt danach kam die Drohung mit dem Abzug der Truppen.

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Vielleicht lässt Trump Kontra nur von einem König zu. (Archivbild)
Charles' Strategie: Britischer Humor
Wer hätte das gedacht: Ausgerechnet der König scheint im Kontakt mit dem Präsidenten die bislang womöglich wirksamste Methode entdeckt zu haben. Mit leicht ironischen Geschichten, ganz im Stil des britischen Humors, kritisierte er bei seiner Visite letzte Woche die US-Regierung auf subtile Weise. Er kam dabei sympathisch rüber und positionierte sich als Europäer eindeutig für die Hilfe an die Ukraine sowie für Schritte gegen den Klimawandel. (dpa/red)
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