Donald Trump nutzt KI regelmäßig, um sich selbst und seine Projekte zu verherrlichen. Er zeigt sich als Jesus, als Papst, und nun als badender Präsident neben einer Frau im Bikini.
Bizarre FantasienTrump postet Oben-ohne-Foto von sich mit Frau im Bikini

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Donald Trump neben seiner Frau, First Lady Melania Trump, während des royalen Besuchs von König Charles und Königin Camilla am 30. April.
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Donald Trump und seine bizarren KI-Fantasien: Ein nächtlicher Pool-Post vom Freitagabend ist nur das jüngste Kapitel in einer langen Geschichte von KI-Fotos, die Donald Trump (79) während seiner Amtszeit auf Truth Social veröffentlicht hat.
Spät am Freitagabend um 23.03 Uhr (Ortszeit) veröffentlichte er ein KI-generiertes Bild, das ihn mit freiem Oberkörper bei einer Art Poolparty im Lincoln Memorial Reflecting Pool zeigt – jenem Wasserbecken in Washington, in das er persönlich 1,5 Millionen Dollar für Renovierungsarbeiten gesteckt hat. Das Becken soll mit blauem Material ausgekleidet werden, das normalerweise in Schwimmbädern genutzt wird.
Trump sorgt mit Pool-Bild für Aufsehen
Trump sitzt in dem maschinell erstellten Foto entspannt in einem goldenen, aufblasbaren Sessel, dargestellt als deutlich jüngerer und schlankerer Mann. Neben ihm schwimmen Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und Innenminister Doug Burgum – ebenfalls mit nacktem Oberkörper und breit grinsend.
Auch eine Frau in kariertem Bikini und Sonnenbrille ist zu sehen, die zwar keiner konkreten Person eindeutig zuzuordnen ist, aber vage an Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins erinnert. Eine Bildunterschrift fehlte komplett.

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Präsident Donald Trump teilte dieses KI-generierte Bild am Freitagabend.
Das Bild erschien nur wenige Stunden, nachdem Unbekannte das echte historische Becken am Lincoln Memorial mit der Botschaft „86 47“ beschmiert hatten – eine Anspielung auf Forderungen, den 47. Präsidenten loszuwerden. Die Zahl 86 bezeichnet im Slang den Akt, jemanden zu „beseitigen“, während 47 auf den 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, verweisen soll.
23 Minuten nach dem Pool-Bild legte Trump nach und postete ein weiteres KI-Foto: sich selbst vor dem Mount Rushmore, so positioniert, dass er als fünftes Gesicht auf dem Denkmal erscheint. Trump hegt seit Längerem den Wunsch, sein Konterfei dort verewigt zu sehen – der National Park Service hat jedoch bereits klargestellt, dass der geeignete Fels dafür schlicht nicht mehr vorhanden sei.

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Auch dieses KI-Foto postete Donald Trump von sich auf Truth Social.
Insgesamt postete Trump an jenem Abend elf Mal innerhalb von 41 Minuten verschiedene Fotos, darunter Bilder des bald neu gestalteten Beckens, oder vom demokratischen Fraktionsvorsitzenden Hakeem Jeffries mit einem Baseballschläger in der Hand, den er als „intellektuell niedrig begabt“ und als „Schläger“ bezeichnete.
Trump sorgt immer wieder für Empörung mit KI-Fotos
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump KI-generierte Selbstdarstellungen nutzt. Im Mai 2025, kurz nach dem Tod von Papst Franziskus, veröffentlichte Trump – und mit ihm der offizielle Account des Weißen Hauses – ein KI-Bild, das ihn in weißem Papstgewand mit erhobenem Zeigefinger zeigte. Der Vatikan verurteilte das Bild als „unanständige politische Einmischung“.
Im April postete er zudem ein KI-Bild, das ihn als Christus-ähnliche Figur zeigte. Der Aufschrei war enorm – selbst aus den Reihen seiner eigenen, christlich-konservativen Anhängerschaft, die das Bild als „ekelhaft“ bezeichnete. Trump löschte es schließlich, lieferte dabei jedoch eine denkwürdige Erklärung: „Ich dachte, das sei ich als Arzt.“
Bereits früher hatte Trump für Empörung gesorgt, als er KI-generierte Videobilder teilte, die das vom Krieg verwüstete Gaza als glänzendes Luxusresort im Stil eines Golfstaaten-Urlaubsparadieses darstellten – inklusive goldener Trump-Statue. Die Bilder erschienen kurz nachdem Trump öffentlich vorgeschlagen hatte, Gaza zu „säubern“ und in ein Touristenzentrum umzuwandeln – ein Plan, der international auf scharfe Kritik stieß.
Ein Sprecher des Weißen Hauses kommentierte Trumps nächtliche Online-Aktivitäten so: Das amerikanische Volk schätze es, seine persönlichen Einschätzungen zu wichtigen Themen aus erster Hand zu erfahren. (mg)
