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„Warum sind es so viele?“Trump stellt fragwürdigen Rekord auf – Mediziner ist alarmiert

US-Präsident Donald Trump kurz bevor er die Air Force Pne am 9. Juni betritt.

Copyright: AFP

US-Präsident Donald Trump kurz bevor er die Air Force Pne am 9. Juni betritt.

Donald Trump wird 80 – und war kurz vor seinem Geburtstag drei Stunden im Militärkrankenhaus Walter Reed. Laut Bericht sahen ihn dort ganze 22 Spezialisten. Ein prominenter Arzt fragt nun: Warum so viele?

Donald Trump (79) sammelt gern Rekorde – jetzt offenbar auch medizinische. Laut „Washington Post“ war der Präsident für drei Stunden im Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda (Maryland). Dort soll er von 22 Spezialisten untersucht worden sein – deutlich mehr als zuvor und auch viel mehr als bei anderen Präsidenten. Das geht aus einem kürzlich vom Weißen Haus veröffentlichten medizinischen Bericht hervor.

Noch nie war bei einer einzelnen Untersuchung eines US-Präsidenten eine so hohe Zahl von Spezialisten beteiligt gewesen. Jonathan Reiner, ein Kardiologe, der früher für Vizepräsident Dick Cheney gearbeitet hat, nennt das „außergewöhnlich“ und fragt: „Welche Fachrichtungen vertreten sie? Warum sind es so viele?“ Erneut kochen Gerüchte um Trumps Gesundheitszustand auf.

„Wir haben nichts zu verbergen“

Zum Vergleich: George H. W. Bush sei bei seiner ersten Untersuchung 1989 laut damaligen Angaben von fünf Spezialisten gesehen worden, sein Sohn George W. Bush bei seinem ersten Check 2001 von zwölf. Trump setzt nun eine neue Marke. Auch bei seinen früheren Untersuchungen war die Zahl niedriger: Laut den bisherigen Berichten habe er 2019 elf Spezialisten gehabt, im vergangenen Jahr 14.

Das Weiße Haus versucht, die Debatte zu entschärfen. Die Beteiligung vieler Spezialisten sei Ausdruck einer „umfassenden, multidisziplinären Untersuchung“ – also eines breiten medizinischen Checks nach „besten Standards“, heißt es. Ein Regierungsmitarbeiter betonte: „Wir haben nichts zu verbergen.“

Trump selbst gab sich nach dem Termin gewohnt positiv. Auf Truth Social schrieb er, er habe gerade seine „Sechs-Monats-Untersuchung“ abgeschlossen, alles sei „perfekt“ gewesen (das schreibt Trump in Großbuchstaben). Sein Leibarzt, Sean Barbabella, bezeichnete den Termin in offiziellen Unterlagen als „jährliche Routineuntersuchung“.

Warum das Thema so hochkocht, liegt auch an den Bildern der vergangenen Monate. Immer wieder gab es Diskussionen über auffällige Blutergüsse an Trumps Händen – das Weiße Haus erklärte das mit häufigem Händeschütteln.

Wie fit ist Trump?

Dazu kommen Spekulationen über sein Gangbild und die Müdigkeit, nachdem Trump bei öffentlichen Auftritten teils angeschlagen wirkte. Eine großangelegte Umfrage vom April zeigt zudem: Weniger als die Hälfte der US-Amerikaner glaubt mittlerweile, Trump habe die mentale Fähigkeit oder körperliche Gesundheit, um effektiv als Präsident zu arbeiten.

Ein weiterer ehemaliger Arzt des Weißen Hauses, Jeffrey Kuhlman, erklärt: Die Sorge um Trumps körperliche Verfassung sei „wahrscheinlich auf einem Allzeithoch“, und das fortgeschrittene Alter sei derzeit „die Sorge Nummer eins“.

Offiziell heißt es aus dem Weißen Haus, alles sei in bester Ordnung. Doch viele Fragen bleiben offen, etwa, warum in Trumps medizinischen Berichten nun auch die Angabe zu einem gängigen Mittel gegen Haarausfall fehlt, das er laut seinen Ärzten regelmäßig eingenommen hatte. Die fehlenden Details und die ohnehin aufgeladene Debatte über Trumps Fitness dürften dafür sorgen, dass das Thema weiter für Diskussionen sorgt. (mg)

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