Sie lauern still unter der Wasseroberfläche, eine tödliche Gefahr für Schiffe und Menschen. Aktuelle Berichte über Seeminen im Persischen Golf sorgen für Unruhe. Doch das Problem liegt viel näher, als viele ahnen – sogar direkt vor unserer Haustür.
Tickende Zeitbomben im MeerWarum die unsichtbare Gefahr uns alle bedroht

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Zuletzt gab es Berichte über angeblich vom Iran in der Straße von Hormus verlegte Seeminen.
Berichte, wonach der Iran angeblich Seeminen in der Meeresenge von Hormus platziert haben soll, heizen die Sorge um die globale Energieversorgung an. Diese Unterwasserwaffen dienen dazu, Schifffahrtswege zu blockieren oder gegnerische Schiffe zu zerstören. Das Tückische: Sie sind extrem schwer aufzuspüren und zu beseitigen.
So funktionieren die tödlichen Sprengfallen
Seeminen sind im Wesentlichen Sprengkörper, die unter Wasser auf ihre Opfer warten. Manche explodieren bei direkter Berührung. Andere, modernere Typen reagieren schon auf die Annäherung eines Schiffes – sie messen das Magnetfeld, die Geräusche oder die Druckveränderung im Wasser.
Es gibt verschiedene Arten: Einige sind am Meeresboden verankert und schweben in einer bestimmten Tiefe. Andere liegen direkt auf dem Grund. Völkerrechtlich verboten sind Minen, die unkontrolliert im Meer treiben. Ausgebracht werden sie meist von Schiffen, U-Booten oder sogar Flugzeugen.
Gefahr für Jahrzehnte: 100.000 Alt-Minen in der Ostsee
Das ist der „Wie bitte?!“-Moment: Seeminen bleiben über Jahrzehnte eine tödliche Gefahr. Angaben der Bundeswehr zufolge liegen allein in der Ostsee schätzungsweise noch bis zu 100.000 Minen aus den Weltkriegen. Viele davon sind immer noch scharf.
Diese Altlasten gefährden heute zum Beispiel den Bau von Windparks auf See. Schlimmer noch: Durchrostende Minen können Giftstoffe freisetzen, die über die Nahrungskette am Ende auf unseren Tellern landen könnten.
Unkontrollierbare Gefahr: Wenn Minen auf Wanderschaft gehen
Richtig unberechenbar wird es, wenn sich Minen von ihren Verankerungen losreißen. Durch Strömung und Stürme treiben sie dann unkontrolliert durch die Meere. So wurden im Frühjahr 2022 mehrfach treibende Seeminen vor der türkischen Küste entdeckt, wie die dpa meldete. Der Verkehr für Schiffe am Bosporus musste teilweise gestoppt werden. Beobachter vermuteten einen Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg, da im Schwarzen Meer unzählige Seeminen liegen.
Minenjagd: Ein lebensgefährlicher Job
Die Beseitigung ist ein hochgefährlicher Job. Spezialisierte Minensuchboote und immer häufiger auch Unterwasserdrohnen kommen zum Einsatz. Sie spüren die Sprengkörper auf, die dann von der Marine – oft mit weiteren Drohnen – zerstört werden.
Manchmal bleibt aber nur der riskanteste Weg: Taucher müssen selbst ran und die Minen von Hand entschärfen. Ein Job, bei dem jeder Fehler der letzte sein kann. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

