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Schock-Prognose für unsere InnenstädteTausende Läden vor dem Aus – „So darf es nicht weitergehen“

Geschäftsschließung im Einzelhandel

Copyright: Bernd Weißbrod/dpa

Die Zahl der Schließungen im Einzelhandel übersteigt die der Neueröffnungen deutlich.

Eine aktuelle Prognose enthüllt das erschreckende Ausmaß des Geschäftssterbens hierzulande. Ein Verbands-Boss läutet die Alarmglocken und malt ein düsteres Bild von verwaisten Einkaufsmeilen.

Immer mehr Läden schließen für immer, unsere Stadtzentren veröden.

Der Einzelhandel vor Ort in Deutschland verliert stetig an Boden. Die Gesamtzahl der Läden wird in diesem Jahr wohl unter 300.000 fallen – ein beispielloser Tiefpunkt. Diese Erkenntnis geht aus einer Hochrechnung des Handelsverbands Deutschland (HDE) hervor, wie die dpa meldet. Ein Negativtrend, der ebenso die Einkaufsmeilen in Köln und der Umgebung erfasst.

Seit der Wiedervereinigung Deutschlands, so der HDE, ist die Gesamtzahl der Läden nie unter diesen Wert gefallen. Für das Jahr 2026 wird ein weiterer Schwund von 4.900 prognostiziert, was die Zahl auf nur noch 296.600 Geschäfte senken würde. Zum Vergleich: Ende 2015 zählte man in Deutschland noch ungefähr 372.000 Läden.

Verbands-Chef warnt: „So kann und darf es nicht weitergehen“

Vor allem die Zeit der Corona-Krise sowie der boomende Internethandel haben die Situation zugespitzt. In den Jahren 2021 und 2022 allein schlossen insgesamt mehr als 22.000 Geschäfte für immer. Der Präsident des HDE, Alexander von Preen, spricht eine unmissverständliche Warnung bezüglich der Konsequenzen aus: „Viele Innenstädte leiden heute schon sichtlich unter Leerständen. So kann und darf es nicht weitergehen.“

Eine positive Wendung ist nicht absehbar. „Das Umfeld mit der seit Jahren vor sich hin dümpelnden Konsumlaune ist schwierig“, erklärt von Preen. Seiner Ansicht nach ist die Politik gefordert, für eine Reduzierung der Ausgaben für Energie und Personal zu sorgen.

Pleitewelle erreicht Höchststand seit zehn Jahren

Diese trübe Aussicht zeigt sich ebenso in der Statistik der Firmenpleiten. Im Jahr 2025 registrierte der Kreditversicherer Allianz Trade 2.571 Insolvenzfälle im Einzelhandel, was den höchsten Wert der letzten Dekade darstellt. Es wird angenommen, dass diese Zahl weiter zunehmen wird.

In jüngster Zeit hat es prominente Marken erwischt, darunter der Schuh-Spezialist Görtz, das Mode-Label Gerry Weber und der Männermode-Anbieter Wormland. Weitere Firmen wie der Deko-Händler Depot oder der Discounter Kodi haben die Anzahl ihrer Filialen schon spürbar reduziert.

Kaum ein Händler schaut hoffnungsvoll nach vorn

Eine im Januar durchgeführte Umfrage des Verbandes unter Händlern liefert ein eindeutiges Ergebnis: Lediglich 14 Prozent der Firmen bewerten ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als positiv. Die Hälfte von ihnen rechnet für das Jahr 2026 sogar mit einem Umsatzrückgang. Die größte Herausforderung ist nach wie vor die zögerliche Kauflust der Verbraucher.

An diesem Dienstag und Mittwoch trifft sich die Handelsbranche in Berlin für ihren alljährlichen Handelsimmobilienkongress. Als Gast wird unter anderem Sabine Poschmann (SPD) erwartet, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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