„Scheiß-Krieg!“ Auf einem russischen Rock-Konzert passiert es plötzlich – Ermittlungen gegen Sänger

In Russland haben Besucherinnen und Besucher eines Konzerts mit Anti-Kriegs-Sprechchören für Aufsehen gesorgt. In einem Video ist zu sehen, wie sie immer wieder „Scheiß-Krieg, Scheiß-Krieg“ rufen.

Besucherinnen und Besucher eines Konzerts in Russland haben mit Anti-Kriegs-Sprechchören für Aufsehen gesorgt. In sozialen Netzwerken veröffentlichten viele Nutzerinnen und Nutzer am Wochenende ein kurzes Video, auf dem zu sehen ist, wie Hunderte Menschen vor einer Bühne immer wieder „Scheiß-Krieg, Scheiß-Krieg“ rufen.

Angaben unabhängiger Medien und bekannter Oppositioneller zufolge entstand die Aufnahme bei einem Auftritt der russischen Rockgruppe Kiss-Kiss am vergangenen Freitag (20. Mai 2022) in der Ostsee-Metropole St. Petersburg. Auch auf der Bühne steht mit Leuchtbuchstaben „Kiss Kiss“ geschrieben.

„Scheiß-Krieg“-Sprechchöre: Video von Konzert in Russland sorgt für Aufsehen

Die Band, die sich in der Vergangenheit bereits gegen Russlands Krieg in der Ukraine positioniert hatte, äußerte sich zunächst nicht. Einige Userinnen und User sorgten sich, dass die Musiker nun möglicherweise juristische Konsequenzen befürchten müssen.

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In Russland wird der Krieg gegen die Ukraine offiziell nur als „militärische Spezial-Operation“ bezeichnet. Wer angebliche „Falschnachrichten“ über Russlands Armee verbreitet, dem drohen hohe Strafen.

Im Video: Russische Band „DDT“ äußert sich gegen Wladimir Putin

In der vergangenen Woche wurde in Russlands sozialen Netzwerken bereits ein Video von einem Konzert der Band DDT in der Stadt Ufa am Ural vielfach geteilt.

Es zeigt, wie Frontmann Juri Schewtschuk ins Publikum ruft: „Heimat, meine Freunde, das ist nicht der Arsch des Präsidenten, den man ständig lecken und küssen muss. Die Heimat – das ist die arme Oma am Bahnhof, die Kartoffeln verkauft.“

Von den Konzertbesucherinnen und Besuchern erntete Schewtschuk dafür Applaus. Später wurde bekannt, dass gegen den Sänger nun Ermittlungen wegen der angeblichen Diskreditierung von Russlands Streitkräften laufen. (dpa)

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