Ein neues Gesetz soll die Sportförderung regeln, doch Deutschlands Top-Athleten laufen Sturm. Sie sehen sich komplett ausgebootet.
Riesen-Zoff um Sport-GesetzAthleten fühlen sich „schockiert“ und übergangen

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Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) plant ein sogenanntes Sportfördergesetz. (Archivbild)
Wut-Ausbruch wegen Millionen-Förderung!
Deutschlands Sportlerinnen und Sportler laufen Sturm gegen das geplante Sportfördergesetz. Die Vertreter der Athleten bemängeln vor allem, dass sie in der vorgesehenen Sportagentur kaum etwas zu sagen hätten. „Athleten Deutschland zeigt sich schockiert über den am Mittwoch veröffentlichten Referentenentwurf des Bundeskanzleramts für ein Sportfördergesetz und lehnt diesen in der vorliegenden Form entschieden ab“, erklärte die Chefin von Athleten Deutschland, Pia Greiten.
Das Dokument liegt laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur vor. Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) könnte den überarbeiteten Gesetzesvorschlag bereits kommende Woche im Kabinett vorstellen. Die Athleten-Vereinigung kritisiert jedoch scharf: „Der Entwurf bleibt in zentralen Punkten hinter den eigenen Zielsetzungen zurück und wird dem immer wieder formulierten Anspruch, ‚Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt zu stellen‘, nicht gerecht“, heißt es in dem Statement.
Streit um die Sport-Millionen Worum geht es?
Über ein neues Sportfördergesetz wird seit Jahren hitzig diskutiert – zwischen Verbänden, Politik und den Sportlern selbst. Es soll die Finanzierung für den Spitzensport garantieren, ganz egal, welche Regierung gerade am Ruder ist. Die Ziele: Mehr Planungssicherheit, weniger Papierkram und dadurch am Ende Top-Leistungen von Deutschlands Athleten.
Das Herzstück des Ganzen: eine neue, unabhängige Agentur für den Sport, die die Millionen-Förderung verteilen soll. Ihr Start ist für 2027 vorgesehen, wie die „dpa“ meldet. Zuerst soll sie über die Gelder für den Sommersport ab 2029 befinden. Völlig unklar ist aber noch, wann der Bundestag dem Gesetz seinen Segen gibt.
Heftiger Streit schon beim ersten Versuch
Ministerin Schenderlein musste den Vorschlag bereits einmal anpassen. Grund war laute Kritik, unter anderem vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB): Der organisierte Sport habe zu wenig Mitspracherecht und die Politik zu viel Macht. Im ersten Modell war im entscheidenden Gremium, dem fünfköpfigen Stiftungsrat, nur ein einziger Platz für den DOSB vorgesehen.
Im aktuellen Entwurf wächst der Stiftungsrat auf neun Personen an: drei Sitze für den DOSB, fünf für den Bund und ein Sitz für die Sportministerkonferenz der Länder. Der Haken für die Sportler: Für sie ist kein eigener Vertreter eingeplant. Das bittere Fazit von Greiten lautet daher: „Eine unabhängige und wirksame Athletenvertretung ist im deutschen Sportsystem weiterhin nicht gewünscht.“ (red)
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