Minister warnt: Extremisten greifen die Aufklärung an.
Gefahr „dunkle Aufklärung“Minister warnt vor fundamentalem Programm von Extremisten

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Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ist wegen Attacken gegen die Werte der Aufklärung besorgt. (Archivbild)
Riesen-Sorge bei Kulturstaatsminister Wolfram Weimer! Er warnt vor einem Abschied von den grundlegenden Prinzipien der Aufklärung. Extremistische und autokratische Kräfte attackieren laut ihm nicht nur politische Meinungen, sondern etwas viel Tieferes – „und das Fundamentale ist eben die Aufklärung an sich“, erklärte Weimer auf der Jahrestagung des Ordens Pour le mérite für Wissenschaften und Künste.
Die Lage sei besorgniserregend, führte er aus. „Wir erleben toxische Kontroversen im Land, wir erleben Empörungsrituale, wir erleben ja Menschen, die dem Telos der Spaltung folgen, und wir erleben Menschen, die das Agens der Diffamierung in sich tragen“, so Weimer. „Und es sind nicht mehr wenige, es sind viele, es werden mehr und sie werden fundamentaler in dieser Herausforderung.“
Kant statt „dunkle Aufklärung“
Weimer verwies dabei konkret auf Angriffe der AfD in Sachsen-Anhalt gegen das Bauhaus, das zum Weltkulturerbe zählt. Er erwähnte auch Überlegungen innerhalb der dortigen Partei, Feste wie Weihnachten mit germanischen Bräuchen wie dem Julfest auszutauschen. „Da sieht man, in welchen fundamentalen Kategorien die da unterwegs sind“, kommentierte Weimer.
In intellektuellen Zirkeln in den USA werde schon lange ernsthaft eine „Dark Enlightenment“, also eine „dunkle Aufklärung“, verlangt. „Es sind nicht mehr rechte Spinner, Protestgruppen, Nationalisten, Rassisten – sind sie auch alles. Aber in Wahrheit sind wir eine Stufe weiter. Sie haben ein fundamentales Programm, das heißt ‚Dark Enlightenment‘.“ Seine Antwort darauf: „Mehr Kant wagen“. Damit meint er ein klares Eintreten für die Prinzipien des Aufklärungs-Philosophen Immanuel Kant.
Orden mit vielen Nobelpreisträgern
Gegründet vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. im 19. Jahrhundert, ist der Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste ein Zusammenschluss von circa 80 exzellenten Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland. Unter ihnen befinden sich zahlreiche Nobelpreisträger. Die Schirmherrschaft hat aktuell Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier inne. (dpa/red)
Acht frisch gekürte Mitglieder wurden am Sonntagnachmittag bei einem Event in Berlin in den Orden aufgenommen. Zu den neuen Mitgliedern zählen der Liedermacher Wolf Biermann, die Tiefseeforscherin Antje Boetius, der französische Philosoph Georges Didi-Huberman, der Schweizer Chemiker Michael Grätzel, der Theologe Christoph Markschies, der ungarische Schriftsteller Péter Nádas, die israelische Arabistin Sarah Stroumsa und der Mediziner Uğur Şahin. (dpa/red)
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