Verbrechen als Service: Junge Täter für Gewalt-Jobs gebucht
Gewalt per MausklickEuropol: Kriminelle werben Jugendliche für Morde an

Copyright: Jerry Lampen/anp/dpa
Kriminelle Dienstleister richteten sich gezielt auf Minderjährige.
Gewalt per Mausklick? Was sich anhört wie aus einem düsteren Thriller, ist laut Europol eine schreckliche neue Wirklichkeit. In einem aktuellen Bericht warnt die europäische Polizeibehörde vor einer alarmierenden Entwicklung: Verbrechen werden immer öfter als Service im Netz gehandelt.
Die Ausführenden sind dabei häufig junge Leute, die man gezielt für die grausamen Jobs anheuert. Allein im Vorjahr klickten bei 280 Verdächtigen die Handschellen. Der Hauptvorwurf: Sie sollen Minderjährige im Internet für Gewalttaten angeworben haben. Aber das ist wohl nur der Anfang: Ungefähr 1.400 zusätzliche Verdächtige sind im Fokus der Ermittlungen.
Gewalt auf Bestellung: Europol jagt die Online-Netzwerke
Um dem Treiben ein Ende zu setzen, wurde bei Europol eine spezielle Taskforce ins Leben gerufen, bei der auch deutsche Ermittler dabei sind. Diese Einheit hat schon etwa 14.000 Online-Profile ausfindig gemacht, über welche man Aufträge für Verbrechen erteilen konnte. Die Organisatoren, die sich „Dienstleister“ nennen, regeln dann den Rest: Sie rekrutieren die Täter, beschaffen die Waffen und arrangieren Anreise und Bleibe.
Wie ernst die Lage ist, zeigt ein drastischer Schritt: Europol hat drei vermutliche Hintermänner auf die „Most Wanted“-Fahndungsliste gesetzt. Dabei handelt es sich um zwei Personen aus Schweden und einen deutschen Staatsbürger.
Social Media: Die perfide Masche mit den Jugendlichen
Was die Sache besonders abscheulich macht: Die kriminellen Banden haben es ganz bewusst auf junge Menschen abgesehen. Sie werden über soziale Netzwerke gelockt, um für Geld schlimmste Verbrechen auszuführen. Die Aufzählung der Taten macht fassungslos: Es geht laut Europol um Drohungen, das Legen von Sprengsätzen, brutale Körperverletzung und sogar Auftragsmord.
„Dieses Phänomen breitet sich wie ein Lauffeuer über ganz Europa aus“, warnt Andy Kaag, ein Europol-Spezialist für organisierte Kriminalität, im niederländischen TV-Magazin «Nieuwsuur». Die angeheuerten Täter werden dabei immer jünger. „13, 14 Jahre sind keine Ausnahme, und die Straftaten werden immer gewalttätiger.“
Auftrags-Täter agieren quer durch Europa
Die Hintermänner schicken die jungen Ausführenden laut Europol vermehrt auch ins Ausland. So klickten im vergangenen Jahr für drei junge Schweden in den Niederlanden die Handschellen. Ihnen werden drei vermutete Auftragsmorde zur Last gelegt.
Auch unser Land ist ein Ziel. Informationen zufolge hat man hierzulande Jugendliche aus den Niederlanden verhaftet. Sie sollen für die Sprengung von Geldautomaten verantwortlich sein. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
