Fischfang-Methode: 90x mehr Schaden als Profit.
Irrsinn am MeeresgrundStudie: Diese Fischerei kostet uns alle jährlich Milliarden

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Grundschleppnetze sind klimaschädlich - und teuer für die Gesellschaft. (Archivbild)
Milliarden-Schaden für uns alle! Eine Fischfang-Methode verwüstet unsere Meere und heizt das Klima an. Eine neue Untersuchung enthüllt jetzt das schockierende Ausmaß dieser Zerstörung.
Es geht um die sogenannte Grundschleppnetz-Fischerei. Dabei werden riesige, schwere Netze über den Meeresgrund geschleift. Ein Forschungsteam aus den USA und Kanada hat in der Fachzeitschrift „Ocean & Coastal Management“ ausgerechnet, was das für Europa bedeutet: ein jährlicher Schaden von bis zu 16 Milliarden Euro für die Gesellschaft.
Das ist der absolute Hammer: Die wirtschaftlichen Verluste sind laut der Studie bis zu 90-mal höher als der Profit, den die Fischerei-Industrie damit macht. Während die Unternehmen Netto-Gewinne von rund 180 Millionen Euro pro Jahr verbuchen, liegen die Kosten für die Bevölkerung bei jährlich 2 bis 16 Milliarden Euro. Die große Spanne kommt durch unterschiedliche Berechnungen für den Schaden einer Tonne Kohlendioxid (CO2) zustande.
Massive Klima-Schäden durch Fischerei
Hauptgrund für diese immensen Kosten sind die fatalen Folgen für das Klima. Durch das Aufwühlen des Meeresbodens wird dort gespeicherter Kohlenstoff freigesetzt. Allein zwischen 2016 und 2021 wurden so pro Jahr rund 112 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre geblasen. Das ist fast ein Drittel der weltweiten Emissionen aus dieser Praxis.
Für ihre Untersuchung haben die Wissenschaftler die Daten von über 4.900 Fangschiffen unter europäischer Flagge analysiert, die in diesem Zeitraum unterwegs waren. Das Team von Katherine Millage von der Umweltorganisation Pristine Seas schätzt die globalen Emissionen durch diese Methode sogar auf bis zu 370 Millionen Tonnen pro Jahr.
Fischfang sogar in ausgewiesenen Schutzgebieten
Besonders dreist: Die Zerstörung findet sogar in angeblichen Schutzgebieten statt. Die Analyse ergab, dass in Europa zeitlich etwa 23 Prozent der Grundschleppnetz-Fischerei in Meeresschutzgebieten erfolgt. In Ländern wie Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Spanien waren es sogar über 25 Prozent.
Die schweren Netze, die teilweise so riesig sind wie zwölf Flugzeuge vom Typ Boeing 747, pflügen den Meeresboden regelrecht um. Sie vernichten wichtige Lebensräume und beeinträchtigen die Erholung der Fischbestände massiv. Und das alles für einen lächerlich geringen Ertrag: Die Methode trägt laut Studie gerade einmal zwei Prozent des in Europa verzehrten tierischen Proteins bei.
Forderung: Verbot von Grundschleppnetzen
Die Studienautoren fordern deshalb als ersten Schritt ein klares Verbot für Grundschleppnetze in Schutzgebieten. Eine generelle Halbierung dieser Fischerei-Aktivitäten könnte den gesellschaftlichen Nutzen maximieren und den überfischten Meeren helfen, sich zu erholen. Griechenland und Schweden gehen bereits voran und wollen die Praxis in ihren geschützten Zonen bis 2030 verbieten – ein Ziel, das auch dem Aktionsplan der Europäischen Kommission entspricht.
Ein weiteres dramatisches Problem ist der Beifang. Bis zu 75 Prozent der in diesen Netzen landenden Meeresbewohner sind gar nicht das eigentliche Ziel. Darunter auch Delfine und Wale. Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) schätzt, dass weltweit jährlich über 300.000 Wale und Delfine in verschiedenen Arten von Fischernetzen ersticken. Berichten zufolge hatte sich auch der in der deutschen Ostsee mehrfach gestrandete Buckelwal in einem Netz verheddert, vermutlich einem Stellnetz. (dpa/red)
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