Die Zahl der Firmenpleiten explodiert und erreicht einen traurigen Rekord. Besonders eine Branche und Bundesländer wie NRW leiden.
Pleite-Schock in NRWFirmenpleiten auf 20-Jahres-Hoch – auch NRW stark betroffen

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Die Insolvenzzahlen liegen höher als im Zuge der Finanzkrise 2009. (Archivbild)
Ein echter Schock für die deutsche Wirtschaft: Die Firmenpleiten haben im ersten Quartal einen traurigen Rekordwert seit über 20 Jahren erreicht. Wie die dpa berichtet, wurden in den ersten drei Monaten des Jahres konkret 4.573 Insolvenzen bei Personen- und Kapitalgesellschaften gezählt, so das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Um das einzuordnen: Einen höheren Wert gab es zuletzt im dritten Quartal 2005 mit 4.771 Fällen, wie Daten des Statistischen Bundesamtes belegen.
Das ist der „Wie bitte?!“-Moment: Laut IWH liegen die aktuellen Insolvenzzahlen sogar über dem Niveau der Finanzkrise von 2009. Besonders der März hat mit einem unerwartet kräftigen Anstieg für Sorgenfalten gesorgt. Die Zahlen schossen um 71 Prozent über den Durchschnittswert für einen März der Vor-Corona-Jahre 2016 bis 2019 hinaus. Am härtesten traf es im letzten Monat die Baubranche und den Handel. Regionale Hotspots sind Bayern, Baden-Württemberg und eben auch Nordrhein-Westfalen.
Experten-Prognose: Besserung nicht in Sicht
Für seinen Trend-Bericht nimmt das IWH vor allem die größeren Fische in den Blick – also größere Personen- und Kapitalgesellschaften. Die Pleiten von Kleinstunternehmen, die laut dem Institut für die Gesamtwirtschaft weniger ins Gewicht fallen, fließen in diese spezielle Statistik nicht ein.
Immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer: Im März verloren durch die Pleiten weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Job als noch im Februar oder im Vorjahresmonat. Der massive Anstieg der Fallzahlen ist also vor allem auf eine Welle von Insolvenzen bei kleineren Firmen zurückzuführen. Doch für das nächste Quartal erwartet das Institut weiterhin eine hohe Zahl an Pleiten. Die Frühindikatoren geben kaum Anlass für Zuversicht, warnt Steffen Müller, der die Insolvenzforschung leitet. „Es ist möglich, dass sich die sehr hohen Werte aus dem März wiederholen.“
Der negative Trend ist nicht neu: Schon für das komplette Jahr 2023 hatte das IWH die höchste Anzahl an Firmenpleiten seit dem Jahr 2005 gemeldet. (red)
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