Das ganze Land wird erfasst – aber ein Thema sorgt für Riesen-Streit.
Gigantisches ProjektIndien startet größte Volkszählung der Welt

Copyright: IMAGO / Xinhua
Regierungsbeamte bei Volkszählung in einem Dorf.
Am 1. April geht's los: Indien startet ein Vorhaben von unfassbarem Ausmaß, die gewaltigste Bevölkerungszählung der Geschichte. Eine Armee von drei Millionen Mitarbeitenden wird mobilisiert. Ihre Mission: die Informationen von über 1,4 Milliarden Einwohnern zu sammeln. Ein logistischer Kraftakt sondergleichen.
Der verantwortliche Kommissar für die Zählung, Mritunjay Kumar Narayan, erläuterte den Ablauf bei einer Medienkonferenz am 30. März. Zuerst haben die Menschen die Möglichkeit, sich im Internet anzumelden. Anschließend folgen zwei Runden, in denen die Erfasser von Tür zu Tür gehen. Dabei werden private, gesellschaftliche und ökonomische Daten aufgenommen. Das berichtet „FOCUS online“.
Zündstoff Kasten-Frage: Das Land ist gespalten
Ein Detail der Erhebung ist aber hochbrisant: Die Zugehörigkeit zu einer Kaste wird ebenfalls abgefragt. Diese Frage entzweit das ganze Land. Die einen, so berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, versprechen sich von präzisen Daten, dass staatliche Unterstützung künftig fairer verteilt werden kann.
Andere wiederum fordern die komplette Abschaffung des gesamten Kastensystems. Die Krux an der Sache: Eine Benachteiligung wegen der Kaste ist zwar gesetzlich untersagt, doch die Realität sieht anders aus. Die Herkunft entscheidet häufig nach wie vor über gesellschaftliche Stellung, Jobmöglichkeiten und die Wahl des Ehepartners. Dieses soziale Gefüge hat die Gesellschaft in Indien bis in die Gegenwart fest im Griff.
Indien boomt – China verliert Einwohner
Ursprünglich war die Erhebung für das Jahr 2021 angesetzt, musste aber aufgrund der Corona-Krise verlegt werden. Die Fertigstellung ist nun für das nächste Jahr vorgesehen. Ein Novum: Die Regierung beabsichtigt, die Erfassung vollständig digital durchzuführen. Und während Indien immer mehr Einwohner bekommt, entwickelt sich das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde rückwärts. Wie die Plattform „Trading Economics“ für die Wirtschaft meldet, sank die Bevölkerungszahl Chinas von circa 1,408 Milliarden im Jahr 2024 auf ungefähr 1,405 Milliarden in 2025. Ursache dafür ist ein massiver Einbruch bei den Geburten. Mit lediglich 7,92 Millionen Babys im Jahr 2025 wurde ein nie dagewesener Negativrekord erreicht. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

