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Politskandal im UrlaubslandFalscher Priester, Schmiergeld & Sex-Affären

Gerichtshammer auf spanischer Flagge

Copyright: IMAGO / Zoonar

Gerichtshammer auf spanischer Flagge.

Das Land ist erschüttert: Bestechung, Intrigen und ein Priester, der keiner war.

Spanien wird von einem politischen Beben heimgesucht! Nahezu gleichzeitig starteten zwei aufsehenerregende Verfahren wegen Korruption, die die beiden wichtigsten politischen Lager des Landes schwer belasten. Unter den Angeklagten befinden sich der einstige Bauminister der Sozialisten, José Luis Ábalos (PSOE), sowie der frühere Innenminister der Konservativen, Jorge Fernández Díaz (PP). Die Kontrahenten werfen sich nun gegenseitig ihre Verfehlungen vor.

Für die Regierung unter Pedro Sánchez ist die Angelegenheit besonders heikel. José Luis Ábalos, sein früherer Minister und Parteikollege, steht vor dem Obersten Gericht. Die Anschuldigung lautet: Bestechlichkeit. Er soll zusammen mit seinem Assistenten Koldo García sowie dem Geschäftsmann Víctor Aldama bei der Zuteilung von Bauprojekten systematisch Bestechungsgelder eingestrichen haben. Zuerst konzentriert sich der Prozess auf Geschäfte mit Schutzmasken in der Zeit der Corona-Krise, bei denen die drei verdient haben sollen. Ábalos befindet sich seit 2025 in U-Haft. Das berichtet „Mallorca Zeitung“.

Bestechung, Luxus-Appartements und Cash im Parteibüro

Jetzt werden alle pikanten Details enthüllt. Frühere Partnerinnen von Ábalos berichteten, wie er sie mit Appartements oder fiktiven Jobs bei staatlichen Betrieben unterstützte. Sogar von Geldübergaben in bar im Hauptquartier der PSOE ist die Rede. Die Sozialisten verteidigen sich: Dies sei ein übliches Vorgehen zur Deckung von Auslagen gewesen. Der Verdacht einer gesetzeswidrigen Parteienfinanzierung ließ sich bislang nicht erhärten. Nach Aufkommen der Affäre schloss die PSOE Ábalos aus ihren Reihen aus.

Skurriler Raubzug: Falscher Priester bedroht Familie mit Pistole

Beinahe zur gleichen Zeit begann das Verfahren im sogenannten „caso kitchen“ – eine Affäre, die wie aus einem Thriller wirkt. Auf der Anklagebank sitzen hier der ehemalige Innenminister Jorge Fernández Díaz sowie sein Staatssekretär Francisco Martínez. Die Anschuldigung: Veruntreuung öffentlicher Mittel zugunsten der konservativen PP. Die Angelegenheit hat ihren Ursprung in Untersuchungen von 2013, als eine illegale Buchführung der PP entdeckt wurde. Luis Bárcenas, der damalige Schatzmeister, soll über 20 Jahre hinweg Bestechungsgelder von Bauunternehmen erhalten haben.

Als Bárcenas damit drohte, sein Wissen preiszugeben, soll Minister Fernández Díaz eine verdeckte Polizeioperation angeordnet haben, um Beweise zu beseitigen. Zu diesem Zweck wurde sogar der Chauffeur von Bárcenas mit Geldern der Steuerzahler als Informant rekrutiert. Der skurrilste Teil dieser Geschichte ist ein Raubüberfall im Haus des Schatzmeisters. Ein Unbekannter gab sich als Geistlicher aus, um sich das Vertrauen der frommen Gattin von Bárcenas zu erschleichen. Im Wohnbereich bedrohte er die Frau, ihren Sohn sowie eine Hausangestellte mit einer Waffe, fesselte sie und suchte nach Unterlagen. Dem Sohn gelang es jedoch, sich loszureißen und den Täter zu überwältigen.

Wer hat das angeordnet? Schlammschlacht vor den Richtern

Die zentrale Frage, die sich stellt: Wer erteilte die Anweisung für diese verdeckte Aktion? Mariano Rajoy, der damalige Regierungschef und Parteivorsitzende, sowie Generalsekretärin María Dolores de Cospedal sind lediglich als Zeugen vorgeladen, was bei vielen Beobachtern für Verwunderung sorgt. Handelte der Innenminister wirklich auf eigene Faust?

In der Zwischenzeit geben sich die Parteien gegenseitig die Verantwortung. „Ábalos und Cerdán gehören zum Umfeld von Sánchez. Niemand aus dem Team von Feijóo ist in Korruptionsfälle verstrickt“, beteuerte Juan Bravo von der PP. Elma Saiz, die Sprecherin der Regierung, gab scharf zurück und wies darauf hin, dass im PP-Hauptquartier die Computer-Festplatte von Bárcenas vernichtet worden war. „Andere Parteien arbeiten nicht mit der Justiz zusammen, sondern vernichten Beweise mit dem Hammer“, erklärte die Sozialistin. Die nächsten Wochen lassen eine schmutzige Auseinandersetzung erwarten. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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