Überwacht und krankgeschrieben? Ein ungeheuerlicher Vorwurf trifft den schwedischen Möbel-Konzern.
Spitzel-Affäre bei IkeaSetzt der Möbel-Gigant Detektive auf kranke Angestellte an?

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Gebäudefassade mit großen Buchstaben, Treppen und Parkplatz.
Ein schockierender Verdacht macht die Runde und trifft Ikea ins Mark: Der Möbel-Konzern steht im Verdacht, eine Angestellte und Betriebsrätin aus der Filiale in Wallau (Hessen) bespitzelt zu haben. Berichte stützen sich dabei unter anderem auf Protokolle, die vom Polizeipräsidium Westhessen stammen. Diese legen den Schluss nahe, dass das schwedische Unternehmen eine Privatdetektei auf sie angesetzt haben könnte.
Die Mitarbeiterin, um die es geht, kämpft seit einer Covid-19-Infektion vor beinahe fünf Jahren mit den Folgen von Long Covid. Sie hat Pflegegrad 2 und ist offiziell als schwerbehindert anerkannt. Ihre gesundheitliche Lage führte zu einer speziellen Vereinbarung mit Ikea: Ein täglicher Feierabend, der eine Stunde früher beginnt, sowie ein komplett freier Mittwoch. Von einer Betriebsärztin wurde diese Abmachung nur ein paar Wochen vor der angeblichen Überwachung schriftlich nahegelegt. Das berichtet „t-online“.
Ging es um Betrug – oder sollte sie mundtot gemacht werden?
Die eingeschaltete Detektei rechtfertigte sich gegenüber den Ermittlern damit, dass ein Verdacht auf Betrug bei der Arbeitszeit im Raum stehe. Doch diese Erklärung hat einen gewaltigen Haken. Die Überwachungsaktionen liefen Berichten zufolge nämlich auch an dem Mittwoch, an dem die Frau offiziell frei hatte – ein Umstand, der die offizielle Begründung ziemlich wacklig macht.
Ihre Betriebsrats-Kollegin Kerstin Franz bringt deshalb eine ganz andere Theorie ins Spiel. Sie glaubt, die ganze Aktion sei eine Retourkutsche für das Engagement der Frau im Betriebsrat gewesen. In ihrer Rolle als Vize-Vorsitzende des Gremiums kämpft die offenbar bespitzelte Angestellte nämlich für die Rechte kranker Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie setzt sich für angepasste Arbeitszeiten ein, um ihnen die Rückkehr in den Job zu erleichtern.
Auf Anfrage teilte Ikea mit, man distanziere sich „von jeder Form rechtswidriger Mitarbeiterüberwachung“. Der Möbel-Konzern versprach, den Sachverhalt intern aufzuarbeiten. Man prüfe „selbstverständlich auch mögliche Konsequenzen“. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

