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„Wir wollen nicht die Letzten sein“Wird unser Lieblings-Produkt jetzt unbezahlbar?

Eine Kundin steht vor der Käsetheke eines Supermarktes (Symbolbild): Wird Parmesan jetzt unbezahlbar?

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Eine Kundin steht vor der Käsetheke eines Supermarktes (Symbolbild): Wird Parmesan jetzt unbezahlbar?

Italien schwitzt und die Folgen könnten wir bald an der Käsetheke sehen. Die Herstellung von Parmesan gerät durch die extreme Wärme massiv ins Stocken.

Die andauernde Hitzeperiode in Italien ist längst nicht mehr nur ein Thema für den Wetterbericht. Sie wird zu einer ernsten ökonomischen Belastung, die jeden von uns beim Abendessen betreffen kann. Die Erzeuger des weltberühmten Hartkäses stehen wegen der enormen Temperaturen vor gewaltigen Problemen. Die Rinder leiden unter dem Stress und produzieren weniger Milch, wodurch die Basis für die Delikatesse bedroht ist.

Aber die Schwierigkeiten hören damit nicht auf. Durch die Dürre wird die Situation noch kritischer. Für den Käse, der eine geschützte Herkunftsbezeichnung trägt, ist ausschließlich Futter aus der Umgebung erlaubt – doch Gras und Heu werden rar. Zugleich schießen die Energiekosten für die Reifung in die Höhe. Die Kühlsysteme in den Lagerhallen laufen am Limit, um die gewaltigen Käseräder vor der Hitze zu schützen. Das berichtet „Wirtschaftswoche“.

Energiekosten steigen um bis zu 30 Prozent

Zahlreiche Bauern haben schon in kostspielige Lüfter und Vernebelungsanlagen investiert, um ihre Herden zu schonen. Das treibt die Stromrechnungen zusätzlich nach oben.

Giancarlo Ravanetti, der Leiter des Lagerhausunternehmens MGT, bestätigte, dass der Energiebedarf an den heißesten Tagen um circa 30 Prozent zunahm. In den Hallen von MGT, die in der Region auch „Parmesan-Banken“ genannt werden, lagern mehr als 500.000 Käseräder mit einem Gesamtwert von über 300 Millionen Euro.

Dieser Industriezweig stellt einen zentralen ökonomischen Faktor für die norditalienische Gegend Emilia-Romagna dar und generiert jährliche Einnahmen von etwa 4,5 Milliarden Euro. Italien ist auch für die Bundesrepublik ein bedeutender Partner im Handel.

Aus dem südeuropäischen Land führte Deutschland im Jahr 2025 Käseprodukte im Wert von circa 913 Millionen Euro ein. Der Sektor expandiert sogar: Die importierte Menge kletterte um beinahe 14 Prozent auf 11.640 Tonnen.

„Wollen nicht die letzte Generation sein, die ihn isst“

Der Appetit in Deutschland bleibt riesig. Der Konsum pro Person stieg 2025 hierzulande auf 26,4 Kilogramm an. Dennoch schauen die Produzenten in Italien besorgt auf das, was kommt.

Paolo Ganzerli, internationaler Vertriebsdirektor des Nahrungsmittelunternehmens GranTerre, äußerte sich dazu: „Wenn extreme Wetterereignisse länger andauern und intensiver werden, wird sich das auf Menge und Qualität der Milch auswirken, vor allem aber zu höheren Kosten führen“. 

Mit einem eindringlichen Aufruf brachte Ganzerli seine tiefste Befürchtung zum Ausdruck. Seit über 800 Jahren existiert der Parmigiano Reggiano. Er unterstrich: „Wir wollen nicht die letzte Generation sein, die ihn isst“. (red)

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