Grünes Licht für Bahn-Ausbau, doch das Geld dafür fehlt
Neue Super-StreckenBundestag plant drei Bahn-Projekte, doch die Finanzierung wackelt

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Bundestag will Weg für Bahn-Neubaustrecken freimachen
Der Bundestag gibt am Donnerstagabend (13. Juni 2024) grünes Licht für die weitere Ausarbeitung von milliardenschweren Bahn-Vorhaben. Es geht um drei entscheidende Trassen, die den Schienenverkehr in Deutschland beschleunigen und verlässlicher machen sollen. Doch bei aller Euphorie über die Pläne gibt es einen gewaltigen Dämpfer: Die Finanzierung ist alles andere als in trockenen Tüchern.
Dem Votum gingen lange Planungsphasen der Deutschen Bahn voraus. Aber selbst mit dem Ja aus dem Parlament kann der Baustart noch viele Jahre auf sich warten lassen. Das Bundesverkehrsministerium rechnet für den Ausbau der Schienennetze in der nächsten Zeit mit Milliardenlücken in der Finanzplanung. Ein Sprecher sagte, das Ministerium suche nach einer Lösung. Die Grünen-Haushälterin Paula Piechotta fordert: „Es braucht eine große Lösung im Haushalt für echte zusätzliche Investitionen in die Verkehrswege.“
Augsburg-Ulm: In 26 Minuten ans Ziel
Die bestehende, etwa 85 Kilometer lange Gleisverbindung zwischen Augsburg und Ulm ist fast 170 Jahre alt und stößt an ihre Kapazitätsgrenzen. Eine Ertüchtigung ist laut Bahn-Tochter InfraGO nicht machbar, darum muss eine neue Trasse her. Die super Nachricht für euch: Die Reisedauer für ICEs soll von über 40 auf nur noch 26 Minuten verkürzt werden.
Die neue Hochgeschwindigkeitsroute wird sich größtenteils parallel zur Autobahn 8 erstrecken. Züge sollen hier künftig mit bis zu 300 km/h unterwegs sein. Das Projekt ist ein wichtiger Teil des angestrebten „Deutschlandtakts“, der für bessere Anschlüsse und kürzere Fahrzeiten im ganzen Land sorgen soll. Die geschätzten Aufwendungen sind allerdings immens: mindestens knapp 8,2 Milliarden Euro.
Dresden-Prag: In einer Stunde in die Goldene Stadt
Auch auf internationaler Ebene tut sich etwas. Die projektierte neue Verbindung von Dresden zur tschechischen Grenze ist ein zentraler Baustein für den Schnellfahrkorridor zwischen Berlin, Prag und Wien. Das Herzstück des Projekts ist ein 30 Kilometer langer Tunnel durch das Erzgebirge. Damit soll die Reisezeit zwischen Dresden und Prag von 2,5 Stunden auf nur noch eine Stunde sinken.

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Der Baubeginn kann noch viele Jahre dauern.
Ein weiterer Vorteil: Die lauten Güterzüge werden auf die neue Route verlagert. Das entlastet die Anwohnerinnen und Anwohner im oberen Elbtal. Die Kosten für dieses Mega-Projekt liegen bei mindestens rund 5,6 Milliarden Euro. Der Baubeginn ist für Dezember 2032 geplant, die Inbetriebnahme für Ende 2044.
Marschbahn nach Sylt: Ende des Nadelöhrs?
Wer schon mal mit dem Zug nach Sylt gefahren ist, kennt das Problem: Die Strecke ist ein Engpass und oft überlastet. Das soll sich ändern. Die „Marschbahn“ wird an wichtigen Abschnitten zweigleisig ausgebaut, und zwar zwischen Niebüll und Klanxbüll sowie Morsum und Tinnum.

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Dem Beschluss sind lange Vorplanungen der Deutschen Bahn vorausgegangen.
Zusätzlich wird die Geschwindigkeit auf dem Abschnitt zwischen Niebüll und Klanxbüll von 100 auf 140 km/h erhöht. Die Kosten dafür werden auf mindestens rund 426 Millionen Euro geschätzt. Der Baubeginn ist für den Sommer 2032 angesetzt, die Inbetriebnahme für den Herbst 2039. (dpa/red)
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