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Höllen-Flug über NahostPiloten packen aus – „Spielen mit dem Leben von Menschen!“

Angriff auf den Iran - Flughafen in Dubai

Copyright: Altaf Qadri/AP/dpa

Trotz laufender Angriffe starten und landen einige Flugzeuge in Dubai.

Ein ohrenbetäubendes Geräusch, dann der Aufprall. Eine Drohne rast nach unten und kracht in den internationalen Airport von Dubai. Direkt neben den Terminals, wo Passagiermaschinen parken. Das alles passiert am helllichten Tag. Ein Video von diesem Angriff vor wenigen Tagen macht klar: Für Piloten im Nahen Osten bricht eine unfassbar harte Zeit an. Die Frage, die alle umtreibt: Wie bringt man eine Maschine voller Menschen sicher ans Ziel, während der Himmel voll ist mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern?

Eine Insiderin einer großen Airline aus der Golfregion, die anonym bleiben will, erklärt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Piloten und Kabinenpersonal werden auf schwierige Situationen vorbereitet“. Die Frau, die bei ihrer Fluggesellschaft auch Personal schult, betont weiter: „Wenn Piloten die Bedingungen für unsicher halten, haben sie das Recht, den Flug abzulehnen“. Sie gibt ein klares Versprechen ab: „Fluggesellschaften werden niemals zulassen, dass ein Flugzeug in einem Luftraum fliegt, der als unsicher eingestuft wird“.

Not-Manöver am Himmel über Dubai

Trotzdem wurde es in den letzten Tagen für manche Passagiermaschinen im Iran-Konflikt brandgefährlich. Auf dem Portal Flightradar24 konnte man ein Drama live mitverfolgen: Ein Emirates-Flieger aus Indien war schon fast in Dubai, als plötzlich Raketenangriffe liefen. Die Maschine machte abrupt kehrt. Doch dann, anscheinend nachdem die Attacke abgewehrt war, wendete der Pilot erneut und brachte den Flieger doch noch sicher nach Dubai. Ein solches Vorgehen, bekannt als „double reverse“ oder „doppelte Wende“, ist extrem ungewöhnlich.

Nicht jedes Land ist bereit, dieses Wagnis einzugehen. Die Nationen Irak, Kuwait und Bahrain, die direkt unter Beschuss stehen, haben ihre Lufträume komplett dichtgemacht. Im Gegensatz dazu haben Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre wieder teilweise geöffnet. Zuvor waren Zehntausende Flüge ausgefallen und unzählige Passagiere saßen fest. In diesen beiden Staaten ist nun ein Notfallsystem namens ESCAT aktiv. Damit kann die Flugsicherung blitzschnell Kurskorrekturen oder Landungen für bestimmte Luftbereiche anordnen. So wird Platz geschaffen, um zum Beispiel Drohnen und Raketen abzufangen.

Pilot packt aus: „Das ist absoluter Wahnsinn“

Für manche Flugzeugführer gehört die jetzige Situation irgendwie zum Beruf. „Wir haben uns daran gewöhnt“, meint ein Pilot einer bedeutenden arabischen Fluggesellschaft. Er sagt: „Es ist unvermeidlich, dass wir in problematischen Regionen im Einsatz sind.“ Der Pilot erklärt, dass er und sein Copilot alles unternehmen, um die Gefahren zu minimieren – etwa mit extra Treibstoff für eventuelle Ausweichmanöver oder durch das Anfordern einer anderen Flugstrecke. Seine Fluglinie sei sogar bereit, Routen zu ändern, falls ein Kapitän schon vorher ein ungutes Gefühl hat.

Doch im Piloten-Forum PPRuNe herrscht blankes Entsetzen. Ein Nutzer schreibt dort unmissverständlich: „Ich würde in der Gegend im Moment nicht fliegen wollen. Die ganze Gegend ist ein aktives Konfliktgebiet“. Ein anderer Kollege wird noch deutlicher und wirft den Fluglinien vor: Sie „spielen mit dem Feuer und dem Leben der Passagiere und Crews“. In dem Forum ist von „absolutem Wahnsinn“ die Rede. Manche prophezeien, dass die Flüge inmitten des Konflikts nur so lange weitergehen, bis eine schreckliche Katastrophe passiert – sei es ein Unglück oder der bewusste Abschuss einer Passagiermaschine.

Solche furchtbaren Ereignisse sind in Nahost-Konflikten leider keine Seltenheit. Im Jahr 2020 holte die iranische Luftverteidigung während militärischer Auseinandersetzungen mit den USA ein ukrainisches Flugzeug kurz nach dem Abheben in Teheran vom Himmel. Dabei starben alle 176 Menschen an Bord. Schon 1988 feuerte ein amerikanischer Kreuzer auf eine iranische Passagiermaschine über der Straße von Hormus – keiner der 290 Insassen überlebte. Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA hat deswegen schon eine Warnung vor „hohen Risiken“ für Flüge über dem Iran und dem gesamten Gebiet ausgesprochen.

Mega-Stau am Himmel: Routen werden dichtgemacht

Die Attacken bereiten auch den Fluglotsen in der Gegend gewaltiges Kopfzerbrechen. Weil ganze Lufträume gesperrt sind, werden die verfügbaren Korridore für Piloten immer enger, beispielsweise auf dem Weg von Europa nach Asien. Das ist wie eine komplette Sperrung der Autobahn – nur eben am Himmel.

Einen ganz speziellen Ruf genießen mittlerweile die nervenstarken Piloten im Libanon. Sie sind für die staatliche Fluggesellschaft Middle East Airlines (MEA) selbst im letzten Krieg zwischen Israel und der Hisbollah weitergeflogen. Manchmal schlugen in Beirut Bomben ein, während sie in Sichtweite der Piste starteten. Im Rahmen des aktuellen Konflikts gibt es nun auch im Libanon und in Israel wieder heftige Attacken.

Trotz Bomben: „Business as usual“ in Beirut

In Beirut sei das mittlerweile „business as usual“, berichtet ein Sprecher des dortigen Flughafens der dpa. Er sagt: „alles geht seinen Gang, Tag und Nacht, trotz all der Bombardierungen um uns“. Die Crews fliegen weiter, damit der Libanon „nicht abgeschnitten wird vom Rest der Welt“. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Das von Sepahnews dem Nachrichtenkanal der Islamischen Revolutionsgarden herausgegeben Foto vom 05.12.2025 zeigt einen Start von Raketen- und Drohneneinheiten während einer militärischen Übung der Islamischen Revolutionsgarden im Persischen Golf und in der Straße von Hormus.

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