DFB-Funktionär Andreas Rettig schlägt Alarm. Die WM 2026 könnte zur Kostenfalle werden, warnt er. Und in Richtung Russland sowie FIFA-Chef Infantino hat er eine unmissverständliche Botschaft.
WM-Sorgen & Russland-KlartextDFB-Chef Rettig teilt kräftig aus

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Andreas Rettig ist Geschäftsführer Sport des DFB. (Archivbild)
Die bevorstehende Weltmeisterschaft stellt aus Sicht von Andreas Rettig, dem Sport-Geschäftsführer des DFB, ein großes finanzielles Wagnis dar. Gegenüber dem „Kölner Stadtanzeiger“ erklärte er: „Preisgelder in Dollar und damit Wechselkursrisiken, große Entfernungen und ein längeres Turnier machen es anspruchsvoll, ebenso die steuerrechtlichen Fragen“.
Seine düstere Vorhersage lautet: „Ohne sportlichen Erfolg wird es für viele Verbände schnell ein Verlustgeschäft.“
Rekord-Prämien? Rettig bleibt skeptisch
Dabei kündigte die FIFA für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada eigentlich Rekord-Ausschüttungen an. Laut Informationen der dpa werden Preisgelder in Höhe von 655 Millionen Dollar ausgeschüttet. Das wäre ein Anstieg um 50 Prozent gegenüber der WM 2022.
Jedes teilnehmende Team bekommt allein für die Vorbereitungskosten 1,5 Millionen Dollar. Sogar die Mannschaften, die auf den Rängen 33 bis 48 landen, erhalten noch neun Millionen Dollar. Der neue Champion darf sich über 50 Millionen Dollar freuen.
WM-Vorfreude? Rettig spricht von „Dauerstressmodus“
Rettig übt sich bei der kommenden WM aber in Zurückhaltung, was öffentliche Kritik angeht. Das war vor dem Katar-Turnier anders, als er die Menschenrechtslage deutlich kritisierte. Der 62-Jährige erklärt seine jetzige Position so: „Als Geschäftsführer Sport habe ich zudem eine andere Expertise und einen anderen Auftrag, als öffentlich politische Analysen vorzunehmen“.
Eine gewisse Erwartung sei zwar spürbar, aber die globale politische Situation belaste die Atmosphäre. Der DFB-Funktionär fasst es so zusammen: „Wir sind gefühlt im Dauerstressmodus“.
Ganz klares Nein zu Russland-Spielen
Beim Thema Russland findet Rettig jedoch deutliche Worte. Er erteilt Spielen der deutschen Nationalelf gegen russische Teams eine klare Absage, solange der Krieg in der Ukraine andauert. Er könne sich „nicht vorstellen, freiwillig gegen russische Mannschaften zu spielen – auch nicht im Nachwuchsbereich“.
Damit stellt er sich klar gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino, welcher eine Rückkehr russischer Teams zu internationalen Wettbewerben erwogen hatte. Für Rettig ist die Teilnahme russischer oder belarussischer Teams mit Nationalflaggen „nicht nachvollziehbar“.
Man müsse „weiterhin unsere Möglichkeiten wahrnehmen, Verantwortung zu übernehmen“, unterstrich Rettig. (red)
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