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Euro greift Dollar anEZB will Währung stärken – auch mit gemeinsamen EU-Schulden

Euro-Skulptur in Frankfurt am Main

Copyright: Arne Dedert/dpa

Die EZB will die internationale Rolle des Euro an den Finanzmärkten stärken.

EZB-Plan für den Euro sorgt in Deutschland für Zündstoff.

Der Euro gewinnt an Macht, doch das reicht der Europäischen Zentralbank (EZB) noch lange nicht. Die Gemeinschaftswährung hat ihren Platz als die Nummer zwei weltweit zementiert, wie die EZB in Frankfurt bekannt gab. Doch um dem US-Dollar wirklich Paroli zu bieten, hat Chefin Christine Lagarde einen Plan, der es in sich hat – und der vor allem in Deutschland für Zündstoff sorgt.

Die Zahlen belegen das eindrücklich: Bei den globalen Währungsreserven kletterte der Anteil des Euro auf circa 20 Prozent. Zum Vergleich: Der Dollar herrscht mit ungefähr 57 Prozent. Besonders stark präsentierte sich der Euro bei der Ausgabe internationaler Schuldtitel. Hier wurde 2025 ein Rekordhoch verzeichnet, mit einem Zuwachs von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein echter Meilenstein: „Der Euro wurde zudem erstmals zur führenden Währung auf dem internationalen Markt für grüne und nachhaltige Anleihen“, so die EZB.

Lagarde will stärkeren Euro als Antwort auf Trump

Schon länger verfolgt die EZB das Ziel einer gewichtigeren Rolle für den Euro. Das ist auch eine direkte Reaktion auf die Politik von US-Präsident Donald Trump, dessen forscher Kurs und Zolldrohungen die Vormachtstellung des Dollars infrage stellten. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte bereits 2025 erklärt, die Zeit sei reif für einen stärkeren Euro.

Was haben die Menschen davon? Ein mächtiger Euro bringt handfeste Vorteile. Kredite in der EU könnten preiswerter werden. Wenn mehr Handel in Euro stattfindet, haben Wechselkursschwankungen weniger Auswirkungen auf die Preise. Zudem wäre Europa besser gegen Sanktionen von außen gewappnet.

EZB-Chefin fordert gemeinsame EU-Schulden

Um dieses Ziel zu verwirklichen, verlangt Lagarde nun einen drastischen Schritt: die gemeinsame Aufnahme von Schulden in der EU. „Zusätzliche Maßnahmen wie die gemeinsame Finanzierung öffentlicher Güter würden dazu beitragen, einen sicheren und liquiden Pool öffentlicher Schulden der EU zu schaffen“, erläuterte sie. Nur auf diesem Weg könne der Euroraum tiefere und liquidere Kapitalmärkte errichten.

Der Hintergrund: Der Markt für amerikanische Staatsanleihen ist fast dreimal so umfangreich wie der Markt für Staatspapiere mit guter Bonität in der EU. Dieses beschränkte Angebot an sicheren europäischen Wertpapieren hemmt das Wachstum des Euro als Weltwährung. Die EZB warnt obendrein vor Anzeichen von Instabilität im globalen Finanzsystem, da Zentralbanken ihre Goldbestände aufstocken und einige Nationen an alternativen Zahlungssystemen arbeiten.

Gemeinsame Schulden der EU sind in der Politik allerdings ein extrem brisantes Thema. Besonders Deutschland hat sich lange dagegen gestemmt und stimmte nur in Ausnahmesituationen zu – etwa beim Corona-Aufbaufonds oder bei der Unterstützung für die von Russland attackierte Ukraine. Lagardes Vorstoß dürfte die Debatte neu entfachen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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