Die Zahlen sehen gut aus, doch die Realität ist bitter. Während in Hamburg und Co. die Kassen klingeln, sind Dutzende deutsche Schiffe im Persischen Golf gefangen und die Sorge vor Lieferengpässen wächst.
Deutsche Häfen boomen– doch im Persischen Golf braut sich was zusammen

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Hamburg blieb 2025 mit Abstand der wichtigste deutsche Hafen (Archivbild)
Der Handel floriert in Deutschlands Seehäfen, ungeachtet von Zollkonflikten und weltweiten Unsicherheiten. Im Jahr 2025 wurden beeindruckende 284,4 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen. Das entspricht einer Zunahme von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die dpa unter Berufung auf das Statistische Bundesamt berichtet.
Besonders die Einfuhr von Gütern aus anderen Ländern legte mit einem Zuwachs von 5,3 Prozent stark zu. Im Gegensatz dazu erhöhte sich die Ausfuhr nur geringfügig um 0,5 Prozent. Der Handel innerhalb Deutschlands spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle.
Krieg im Iran: Deutsche Schiffe im Golf gefangen
Allerdings trübt eine bedrohliche Lage die positive Bilanz: Der Konflikt im Iran hat den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zum Erliegen gebracht – eine entscheidende Engstelle für den globalen Handel.
Die Besorgnis unter den Reedern ist enorm. Nach jüngsten Schätzungen des Branchenverbands VDR sind mindestens 30 Schiffe von deutschen Reedereien im Persischen Golf blockiert.
Die unmittelbare Bedrohung für Deutschland wirkt auf den ersten Blick überschaubar. Laut Statistik beträgt der direkte Warenaustausch mit den Golf-Anrainerstaaten lediglich 1,4 Prozent. Experten des Bundesamtes warnen jedoch: Zahlreiche Waren aus dieser Region erreichen Europa über Umwege, etwa über große Häfen in den Niederlanden, und werden von dort aus weitergeleitet. „Daher können sich Seeblockaden im Nahen Osten auch indirekt auf die Versorgung Deutschlands auswirken“, so die Einschätzung im Bericht.
USA bleiben Partner Nr. 1 – doch China dominiert bei Containern
Die Vereinigten Staaten sind weiterhin der bedeutendste Handelspartner im Seeverkehr, obwohl der Zollkonflikt seine Spuren hinterlassen hat. Der Warenaustausch mit den Häfen der USA sank 2025 um 3,6 Prozent auf 28,7 Millionen Tonnen, wie die dpa meldet.
Norwegen und Schweden belegen die Plätze zwei und drei. China spielt eine besondere Rolle: Das Land ist der mit Abstand wichtigste Partner für den Containerhandel. Im Jahr 2025 betraf fast jeder fünfte in Deutschland umgeschlagene Container den Handel mit China.
Hamburg bleibt Deutschlands Tor zur Welt
Mit einem Frachtaufkommen von 99,8 Millionen Tonnen behauptete Hamburg auch 2025 seine Position als größter Seehafen Deutschlands. Auf den weiteren Plätzen folgen mit erheblichem Abstand Bremerhaven, Wilhelmshaven, Rostock und Lübeck. (red)
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