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Vorsicht, Betrug möglichSo schützt Vodafone Millionen Kunden vor fiesen Abzock-Anrufen

Abzocke-Anruf

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Ein simulierter Abzocke-Anruf bei einem Vodafone-Test im vergangenen Jahr. (Symbolbild)

Betrugsanrufe: Vodafone-System schlägt 64,5 Mio. Mal Alarm.

Ein Schutzsystem von Vodafone gegen Anruf-Betrug ist ein Jahr nach der Einführung ein riesiger Erfolg. Bereits 64,5 Millionen Alarme wurden an Mobiltelefone gesendet, wie das Unternehmen in Düsseldorf bekannt gab. Wenn ein Anruf von einer Nummer eingeht, die in der Vodafone-Datenbank als unseriös oder betrügerisch vermerkt ist, erscheint auf dem Display der Text „Vorsicht: Betrug möglich“. Man kann zwar trotzdem drangehen, ist aber vorgewarnt und fällt so nicht mehr so einfach auf eine Masche herein. Die Telekom hat im Dezember ein ähnliches System eingeführt, O2 hat diesen Schritt bislang nicht gemacht.

„Die Bedrohung im Netz und am Telefon ist ein ständiges Risiko“, sagt Marcel de Groot, der Deutschlandchef von Vodafone, und zieht eine positive Bilanz. „Täglich schützen wir so hunderttausende Menschen vor gefährlichen Betrugsanrufen.“ Er stellt aber auch klar, dass Technologie allein nicht von der Pflicht zur Vorsicht befreit: „Deshalb gilt für uns alle im Alltag: Genau prüfen, wer am anderen Ende der Leitung ist.“

Warnsystem hat enorme Wirkung

Die Zahlen beweisen, dass die Warnfunktion die Betrüger oft scheitern lässt. Nur 14 Prozent der Anrufe mit einer Warnmeldung werden überhaupt entgegengenommen. Zum Vergleich: Bei Anrufen mit unterdrückter Rufnummer liegt diese Quote bei 60 Prozent. Und wenn doch jemand abhebt, ist das Telefonat im Schnitt nach nur 40 Sekunden vorbei. Ein normales Handy-Gespräch bei Vodafone dauert im Durchschnitt zwei Minuten und 40 Sekunden.

Die meisten der möglichen Betrugsanrufe (83 Prozent) kommen laut Vodafone aus Deutschland. Bei den restlichen Anrufen aus dem Ausland stammen die Nummern häufig aus den Niederlanden, Österreich und Großbritannien. Auch Zypern und das afrikanische Lesotho tauchen oft unter den Vorwahlen auf. Seit Dezember ist die Anzahl der potenziellen Betrugsanrufe leicht gesunken.

Vodafone-Flaggen vor der Deutschlandzentrale

Copyright: Thomas Banneyer/dpa

83 Prozent der potenziellen Betrugsanrufe kommen laut Vodafone aus Deutschland. (Archivbild)

Sonntags machen auch die Gauner frei

Ein verblüffendes Detail: Die meisten Betrugsanrufe gehen mittwochs ein, an diesem Wochentag schlug der Warner im Schnitt 273.000 Mal Alarm. Am wenigsten los ist sonntags (5.000) und samstags (44.000). Offenbar haben auch Kriminelle ein Anrecht auf ein Wochenende.

Diesen Trend bestätigt die Telekom, deren Schutzsystem „Call Check“ pro Werktag zwischen 400.000 und 600.000 Betrugsversuche erfasst. „Betrug ist ein Geschäftsmodell, und die Täter haben feste Arbeitszeiten, während sie es an Sonn- und Feiertagen locker angehen lassen“, erklärt ein Sprecher der Telekom. Ein weiteres kurioses Detail: An Weihnachten und Ostern gibt es in der Statistik deutliche Einbrüche – die Täter scheinen zeitgleich mit ihren Opfern in die Ferien zu gehen.

Experten warnen vor neuer Gefahr durch KI

Doch die Bedrohung entwickelt sich weiter. Der Vodafone-Sicherheitsexperte Marc Atkins warnt: „Kriminelle setzen Deepfakes und Künstliche Intelligenz ein, um am Telefon Stimmen nachzuahmen und das Vertrauen ihrer Gesprächspartner zu gewinnen.“ Der Telefonbetrug werde dadurch professioneller und schwerer zu erkennen. Besonders ältere Menschen seien gefährdet. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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