Bundesbank-Chef tritt auf die Euphoriebremse: Düstere Prognose
„Wird Monate dauern“Bundesbank-Chef dämpft Hoffnung auf schnell sinkende Preise

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Bundesbank-Chef Nagel warnt vor verfrühter Hoffnung nach dem Iran-Rahmenabkommen. (Archivbild)
Ein Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA lässt viele aufatmen. Doch Bundesbankpräsident Joachim Nagel tritt auf die Euphoriebremse. Auf dem „Euro Finance Summit“ in Frankfurt dämpfte er die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung bei der Inflation und den Ölpreisen.
Nagel wird deutlich: „Selbst wenn die Meerenge von Hormus demnächst wieder befahrbar sein sollte, wird es Monate dauern, bis sich das Ölangebot wieder normalisiert.“ Der Grund: „Produktionsstätten in der Region wurden teilweise beschädigt oder außer Betrieb gesetzt und Reserven werden kleiner.“ Für euch als Verbraucherinnen und Verbraucher heißt das: Das Warten auf sinkende Spritpreise wird zur Geduldsprobe.
Düstere Aussichten für die deutsche Wirtschaft
Und es könnte noch dicker kommen. Nagel warnt, dass der Preisdruck wieder steigen könnte, wenn staatliche Hilfen zur Senkung der Energiepreise auslaufen. Der Iran-Krieg, der Ende Februar begann, hat die Ölpreise explodieren lassen und die Inflation angeheizt. Die Bundesbank hat ihre Prognose für die deutsche Wirtschaft erst am Freitag (15. Juni 2026) gesenkt: Für dieses Jahr wird nur noch ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent erwartet.
Bundesbank-Chef schließt weitere Zinserhöhungen nicht aus
Wer auf ein Ende der Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) hofft, wird ebenfalls enttäuscht. Nagel schließt weitere Schritte nicht aus. „Die Geldpolitik hat es nicht mit einem kurzfristigen Angebotsschock zu tun, durch den wir tatenlos hindurchschauen können“, so der Bundesbank-Chef. Die hohen Energiekosten werden sich in den kommenden Monaten immer stärker in den Preisen im Supermarkt und an der Tankstelle zeigen.
Mit Blick auf die nächste Zinsentscheidung der EZB im Juli betonte Nagel: „Wir sind entschlossen, die Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation mittelfristig beim Zielwert von 2 Prozent stabilisiert.“ Sein letzter Satz klingt fast wie eine Drohung an alle, die auf Entlastung hoffen: „Dabei halten wir uns alle Optionen offen.“ (dpa/red)
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