Das vierte Mobilfunknetz legt zu, aber es braut sich was zusammen.
1&1-Chef mit Wut-Ansage zu VerkaufsgerüchtenDeutschlands viertes Mobilfunknetz expandiert – aber die Platzhirsche sind meilenweit voraus

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Die Nummer vier der deutschen Handynetzbetreiber: 1&1. (Archivbild)
Zwar ist das vierte Mobilfunknetz Deutschlands von 1&1 noch überschaubar, aber es expandiert stetig. Der Anbieter aus Montabaur gab bekannt, dass zum Ende des letzten Jahres rund 2.000 Antennen in Betrieb waren.
Im letzten Jahr wurden pro Vierteljahr im Mittel 300 neue Antennen aufgestellt. Diese Ausbaugeschwindigkeit soll im Jahr 2024 fortgesetzt werden. „Wir wachsen weiter und erreichen mit diesen Standorten (...) über 25 Prozent der Haushalte“, äußerte sich Unternehmenschef Ralph Dommermuth. Das Ziel für 2030 ist eine Abdeckung von mehr als 50 Prozent.
Holpriger Start und übermächtige Gegner
Der Netzausbau war jedoch von erheblichen Schwierigkeiten geprägt. Zwar sicherte sich 1&1 im Jahr 2019 eigene Frequenzen, aber Lieferschwierigkeiten von Partnerfirmen führten zu massiven Verzögerungen. Zu Beginn des Jahres 2023 waren lediglich fünf Standorte aktiv, obwohl eine behördliche Auflage 1.000 vorschrieb. Ein wirklich blamabler Beginn.
Gegenüber den großen Playern wirkt das Netz von 1&1 zwergenhaft, wie die dpa meldet. In Deutschland betreibt Vodafone circa 28.000 Standorte, O2 kommt auf 29.000 und die Telekom führt mit 36.500. An Orten ohne eigene 1&1-Abdeckung werden die Nutzerinnen und Nutzer ins Vodafone-Netz eingewählt, wofür 1&1 eine Gebühr entrichtet.
Übernahmegerüchte: Dommermuth spricht Klartext
Kürzlich präsentierte 1&1 seine Bilanz: Die Einnahmen kletterten für 2025 um 1,8 Prozent und erreichten etwa 4,1 Milliarden Euro. Der Reingewinn stürzte allerdings um beinahe die Hälfte auf 166 Millionen Euro ab. Als Ursachen wurden zum Beispiel teurere Gebühren für die Nutzung des Vodafone-Netzes sowie erhöhte Ausgaben für eigene Antennen genannt.
Aufgrund der Probleme wird unter Finanzexperten seit einiger Zeit gemutmaßt, dass der spanische Telekommunikationsriese Telefónica (O2) eventuell 1&1 schlucken könnte. Aber dazu hat Boss Dommermuth eine unmissverständliche Haltung: „Ich habe nicht vor, das Unternehmen zu verkaufen“, machte er deutlich. (red)
Seine abschließenden Worte sind eine deutliche Ansage an die Konkurrenz: „Wir sind aus dem Schlimmsten draußen. Warum sollten wir jetzt das Unternehmen verkaufen, die Party hat ja noch gar nicht begonnen.“ (red)
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