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Wal-Drama vor PoelUS-Ärztin flieht und erhebt schwere Vorwürfe

Wal schwimmt durch flaches, grünes Wasser

Copyright: Florian Manz/Greenpeace Germany/

Wal schwimmt durch flaches, grünes Wasser.

Zoff im Retter-Team! Eine Tierärztin reist ab.

Ein gewaltiger Eklat belastet die Bemühungen, den Buckelwal bei der Insel Poel zu retten. Am Montag hat die speziell aus den USA angereiste Veterinärin Jenna Wallace ihre Beteiligung beendet. Sie macht in einem gefühlsgeladenen Post auf Facebook zwei Teammitgliedern schwere Anschuldigungen und beschuldigt sie, das Überleben des Wals, bekannt als „Timmy“ oder „Hope“, aufs Spiel gesetzt zu haben.

Laut Wallace musste sie eine Wahl zwischen ihrer beruflichen Tätigkeit und der Mission treffen. Aber die eigentliche Ursache liegt anscheinend woanders: Sie berichtet von gewaltigen Auseinandersetzungen innerhalb der Gruppe. Die „erste echte Chance auf Freiheit direkt vor meinen Augen zunichtegemacht“ hätten zwei Männer. Konkret benennt sie den Schriftsteller Sergio Bambarén („Sergio“) sowie den Social-Media-Star Danny Hilse („Mr. Firstclass“). Das berichtet „t-online“.

„Tiere vor Ego“: Ärztin rechnet knallhart ab

Im Gespräch mit dem NDR bekräftigte die Veterinärin ihre Kritik: „Die Retter kämpfen mit Einschränkungen, mit heftigsten Einschränkungen. Und dann gibt es zwei komplett lächerliche Menschen in diesem Team, die da auf keinen Fall reingehören.“ Ihre Anweisung, dem kraftlosen Tier eine Pause zu geben, sei missachtet worden. Hilse habe den Wal stattdessen wiederholt in seichtere Gewässer gelenkt.

Auf Facebook schildert Wallace das Benehmen von Hilse sogar noch krasser. Er sei „so sehr damit beschäftigt gewesen, sich selbst zu filmen, zu telefonieren, mit Hope zu sprechen und ihm in die Augen zu sehen, dass er genau das Gegenteil von dem getan habe, was Hope gebraucht hätte“. Die erschütternde Eskalation: „Er hätte beinahe mit der Schiffsschraube Timmys Fluke überfahren.“ Ihre Ermahnungen seien ungehört geblieben.

Einen spezifischen Vorwurf richtet sie ebenfalls gegen „Sergio“ Bambarén. In einer kritischen Situation habe er befohlen, dass die Boote Abstand halten sollten. Das schmerzliche Resümee von Wallace: „Das war ein Fehler! Sergio hat uns das gekostet!“ Ihren Rückzug erklärt sie zudem damit, nicht gewillt zu sein, „Verantwortung für Fehlentscheidungen zu übernehmen oder zu dulden“ und ihre Zulassung in den USA aufs Spiel zu setzen. Ihr Leitsatz: „Tiere vor Ego“.

Influencer mit dubioser Vergangenheit?

Speziell Danny Hilse, mit circa 71.000 Followern auf TikTok, gerät in den Mittelpunkt. Laut Nachforschungen der „Ostsee-Zeitung“ organisierte er Kundgebungen für den Wal und verkehrte dabei in Kreisen, denen auch Personen aus dem rechten Spektrum zugeordnet werden. Darüber hinaus meldet die „Bild“ ehemalige Kontakte zur Rockerszene. Hilse hat zu diesen Anschuldigungen bislang geschwiegen.

Die Mit-Organisatorin der Rettungsbemühungen, Karin Walter-Mommert, nimmt die Beteiligten in Schutz. Der Weggang von Wallace sei durch eine lediglich bis Montag gültige Arbeitserlaubnis bedingt. Über Hilse äußert sie sich beim NDR: „Der Mann hat eine unfassbare Bindung zu dem Wal.“ Dies werte sie „persönlich als großen Glücksfall“. Ohne seine Mitwirkung wären zahlreiche Maßnahmen undenkbar gewesen.

Walter-Mommert beabsichtigt, die Anschuldigungen bezüglich Hilses Filmaufnahmen von sich selbst anhand von Videoaufzeichnungen zu überprüfen. Es sei ein Tadel ausgesprochen und die unmissverständliche Vorgabe erteilt worden, dass keiner filmen dürfe. Spannungen in der Gruppe seien in einer derartigen Drucksituation normal.

Eine Stellungnahme kam ebenfalls aus dem Kreis um Sergio Bambarén. Sein Management ließ auf Facebook verlauten, er werde sich aus öffentlichen Debatten heraushalten. Seine Konzentration gelte „klar und unerschütterlich: die bestmögliche Unterstützung für den Wal“. Vom ersten Moment an sei er im Wasser bei „Hope“ gewesen. Inmitten all der Aufregung wurde am Dienstag obendrein eine andere Veterinärin des Teams, Janine Bahr van Gemmert, nach einem gesundheitlichen Zwischenfall mit dem Helikopter in ein Krankenhaus gebracht. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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