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Schoko-Bande vor GerichtMit simplem Mail-Trick Waren im Wert von 800.000 Euro ergaunert

Amtsgericht und Landgericht Düsseldorf

Copyright: Rolf Vennenbernd/dpa

Der Verdacht: Eine Schein-Spedition ließ Waren verschwinden.

Fieser Mail-Trick: Bande klaut Fracht für 800.000 Euro.

Entscheidung am Düsseldorfer Landgericht: Wegen eines massiven Schwindels mit Fracht im Millionen-Wert wandern drei Männer für mehrere Jahre in Haft. Die Freiheitsstrafen belaufen sich auf drei bis etwas über fünf Jahre. Der Haupttäter erhielt eine Strafe von fünf Jahren und vier Monaten.

Ein vierter Beteiligter (47) aus Dortmund erhielt eine 18-monatige Bewährungsstrafe, da er nach Ansicht des Gerichts nur als Gehilfe fungierte. Das Gericht befand die vier Personen im Alter von 34 bis 63 aus Dortmund und der Landeshauptstadt des gewerbs- und bandenmäßigen Schwindels für schuldig.

Fieser Mail-Kniff: So hat die Bande Firmen geneppt

Die Masche der Gruppe war ebenso einfach wie unverschämt: Das Quartett besorgte sich mit den Informationen einer realen, bekannten Transportfirma aus Bremen den Zutritt zu einer Frachtbörse im Internet. Der Kniff: Sie benutzten eine minimal abgewandelte E-Mail-Adresse. Anstelle der Endung „.de“ kam einfach „.com“ zum Einsatz.

Mit dieser Methode gaben sich die Verurteilten als Personal oder Bevollmächtigte der renommierten Firma aus und angelten sich auf diese Weise profitable Fahraufträge. Die Fracht wurde zwar abgeholt, gelangte jedoch nie zu den tatsächlichen Adressaten.

Schoki, Milch und Stahl im Wert von hunderttausenden Euro

Auf diesem Weg ergaunerte die Gruppe ganze Paletten kostbarer Waren. In Neuss ließen sie beispielsweise 20 Tonnen an Milchwaren mit einem Wert von etwa 80.000 Euro verschwinden, welche sie für unter 50 Prozent des Preises veräußerten. Nur wenige Tage darauf griff die Gruppe in Neuss erneut zu und stahl Molkereiwaren und Säfte im Wert von beinahe 43.000 Euro.

In Mülheim an der Ruhr wurde es dann richtig gewaltig: Dort unternahm die Gruppe den Versuch, mit fünf Lkw unglaubliche 380.000 Schokoladentafeln im Wert von circa 1,1 Millionen Euro umzuleiten. Stahl, Reinigungsmittel und auch Mittel gegen Schimmel zählten ebenfalls zum Diebesgut.

Die gestohlene Fracht wurde im Anschluss teilweise erheblich unter Preis veräußert, zumeist an einen Händler für Restposten in Hagen. Die Abrechnung lief über eine Tarnfirma, welche laut Anklageschrift Mitte 2024 von einer weiteren Mittäterin ins Leben gerufen wurde.

Gericht beziffert Gesamtschaden auf 800.000 Euro

Das Gericht stellte einen Teil der Anklagepunkte ein. Letztlich legte die Kammer einen Schaden von insgesamt gut 800.000 Euro fest. Die Anklagebehörde hatte anfangs einen Schaden im Millionenbereich angenommen. Bei drei der vier Entscheidungen folgte das Gericht den Anträgen der Staatsanwältin, nur beim Haupttäter blieb die Strafe mit fünf Jahren und vier Monaten unter der Forderung von sechs Jahren.

Die Entscheidung ist jedoch noch nicht endgültig. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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