Ein Spezialist erhebt heftige Anschuldigungen gegen die Verantwortlichen.
Schwere Vorwürfe nach InfernoExperte erklärt: So wurde die Bar zur Todesfalle

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Feuerwehrmann im Einsatz nach dem Inferno in Crans-Montana (Symbolbild).
Die Brandkatastrophe in Crans-Montana, die mehr als 40 Menschenleben forderte, zieht nun ernste Anschuldigungen nach sich. Die Betreiber des Katastrophen-Lokals „Le Constellation“ stehen dabei im Mittelpunkt der Vorwürfe. Philipp Cachée, ein Experte für Notfallmanagement aus Berlin, spricht Klartext und macht die Betreiber als Hauptverantwortliche aus. Cachée betont mit Nachdruck: „Die Betreiber trifft rechtlich die Hauptschuld“. Sein Wissen gibt er auch als Dozent an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin weiter.
Nach der Auswertung von Videos und Zeugenaussagen ergibt sich für den Spezialisten ein entsetzliches Szenario. Eine Deckenverkleidung aus Plastik, vermutlich durch Partyfontänen in Brand gesetzt, hat die explosionsartige Ausbreitung der Flammen verursacht. Die schrecklichen Konsequenzen schildert Cachée so: „Der brennend abtropfende Kunststoff aus der Deckenverkleidung setzt Kleidung und Haare sofort in Flammen und führt schnell zu sehr schweren Verbrennungen“. Diese Annahme wird durch Zeugenaussagen untermauert, laut denen die Kleidung der Opfer verbrannte oder sogar mit ihren Körpern eine Verbindung einging. Zusätzlich könnten die aufgestylten Frisuren zahlreicher junger Besucher das Feuer weiter angefacht haben. Das berichtet „FOCUS online“.
Ein Sicherheitskonzept? Fehlanzeige!
Cachée ist überzeugt: Ein funktionierendes Brandschutzkonzept für das Lokal hat es augenscheinlich nicht gegeben. Der Spezialist merkt an: „Auf keiner der Videos ist ein Rauchmelder zu hören“. Darüber hinaus gibt es keine Anzeichen für Löschversuche durch die Angestellten, was auf eine unzureichende Ausbildung schließen lässt. Erich Frey, ein Schweizer Pyrotechnik-Spezialist, zeigt sich ebenfalls entsetzt und nannte das Zusammenspiel von Partyfontänen und entzündlichem Material gegenüber „Blick“ als „höchst fahrlässig“. Ein Mindestabstand von einem Meter zu Oberflächen wäre bei den Fontänen zwingend gewesen – eine Vorschrift, die hier eindeutig missachtet wurde.
Ein weiteres Versäumnis mit tödlichen Folgen: Anscheinend existierte nur ein einziger Rettungsweg. Dabei verlangen die Schweizer Vorschriften für Lokalitäten, die über 100 Gäste fassen, mindestens zwei separate Fluchtrouten, die nach draußen leiten. In der Nacht des Infernos wurde dieser Umstand zu einer Tragödie innerhalb der Tragödie. Cachée erläutert, dass sich die fliehenden Gäste in ihrer Panik am Ausgang zu einem sogenannten „Menschenbogen“ verkeilten. Der Ausgang war versperrt, während im Inneren das Feuer tobte.
Der Spezialist kommentiert: „Das ist das Schlimmste, was passieren kann“. Die gefangenen Menschen waren gezwungen, die toxischen Rauchgase einzuatmen. Um die Blockade aufzulösen, wäre ein Rückzug in Richtung des Brandes nötig gewesen – ein in der Paniksituation undenkbares Manöver. Aus reiner Verzweiflung zertrümmerten Besucher sogar mit Tischen die Fenster, um aus dem Flammeninferno zu fliehen. Daher sendet Cachée eine eindringliche Botschaft an sämtliche Betreiber von Clubs: Sicherheit ist keine Wahlmöglichkeit, sondern eine gesetzliche Verpflichtung. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
