Ein neues Bild, das in den sozialen Medien veröffentlicht wurde, soll den Beginn des schrecklichen Infernos im Schweizer Skiort Crans-Montana zeigen. Auch die Behörden haben am Freitag erstmals von dem Auslöser des Brands gesprochen.
Todesdrama in der SchweizErmittler nennen erstmals Ursache für das Inferno

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Das nicht datierte Foto, das aktuell im Netz kursiert, soll den Beginn des Infernos in Crans-Montana zeigen. Ein schalldämmender Schaumstoff an der Decke fängt darauf Feuer.
Aktualisiert
Wenige Tage nach dem verheerenden Brand in der gut besuchten Luxusbar „Le Constellation“ im Schweizer Skiort Crans-Montana, bei dem mindestens 40 Menschen ums Leben kamen, kursieren in den sozialen Medien Bilder, die genau den Moment zeigen sollen, an dem das schreckliche Inferno ausbricht.
Auf einem Foto ist zu sehen, wie ein schalldämmender Schaumstoff an der Decke Feuer fängt. Kerzen auf Champagnerflaschen, die von mehreren Menschen in die Höhe gehalten werden, setzen die Decke in Brand.
Champagnerflaschen mit Wunderkerzen: Sind sie schuld?
Die Schweizer Behörden haben noch keine offizielle Brandursache veröffentlicht. Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren. Doch Auswertungen von Videos und Zeugenaussagen haben einen Verdacht erhärtet: „Es kann davon ausgegangen werden, dass die Sprühkerzen oder Bengalos ursächlich für das Feuer gewesen sind. Von da kam es dann zu einem Brand an der Decke“, erklärte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud, in einer Pressekonferenz am Freitag (2. Januar) gegenüber Medien. Man unternehme alles, um das Drama und die Umstände genauestens zu beleuchten.
Bereits zuvor wurden mehrere Videos veröffentlicht, die panische Szenen zeigen: Einige Gäste versuchen, die sich rasch ausbreitenden Flammen zu löschen, während andere verzweifelt nach Ausgängen suchen. Mehrere Medien haben Zeuginnen und Zeugen zitiert, die bereits erklärt haben, dass Champagnerflaschen mit Wunderkerzen zu nah an die niedrige Decke des Lokals gehalten wurden und so den Schaum entzündete.
Nach dem tödlichen Brand in Crans-Montana stehen auch die Betreiber der Bar „Le Constellation“ im Fokus. Hinweise auf mögliche Sicherheitslücken, wie etwa brennbare Materialien in der Bar, werfen Fragen auf.
Werbevideo zeigt die brennenden Flaschen
„Le Constellation“ war ein bekannter Treffpunkt in Crans-Montana, abends wurde sie zu einem Nachtclub, mit Platz für rund 300 Gäste.
Das Lokal war stark mit Holzelementen verkleidet, zudem ist auf einem Werbevideo des Lokals im Netz zu sehen, wie in der Bar seit längerem gefeiert wird: Unter anderem sind darauf Frauen zu sehen, die Champagner-Flaschen in den Händen halten, aus denen brennende Feuerwerkskörper ragen. Ähnlich wie auf dem Foto, das aktuell im Netz kursiert und den Beginn des Brandes zeigen soll.

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In einem Werbevideo der Bar sind Frauen zu sehen, die Champagnerflaschen mit Wunderkerzen in die Höhe halten.
„Es gibt viele Umstände zu klären. Mehrere Hypothesen wurden aufgestellt. Die wichtigste Theorie, der wir Priorität einräumen, ist ein ,Flashover', der eine rasche Explosion auslöste. Mehrere Zeugen wurden vernommen, und am Tatort sichergestellte Telefone werden ausgewertet“, sagte Pilloud bereits am Mittwoch.
Ein „Flashover“ entsteht, wenn sich heiße Gase nahe der Decke eines geschlossenen Raumes ansammeln und die Temperatur rapide ansteigen lassen, bis sich brennbare Materialien nahezu gleichzeitig entzünden. Laut Fachleuten können solche „Flashover“ Brände verursachen, die innerhalb von Sekunden außer Kontrolle geraten können. (mg)
