Früher die Top-Adresse, heute ein Trauerspiel. Die Party auf Palmas Party-Meile ist vorbei.
Früher Top-Adresse, heute TrauerspielAusverkauf auf Palmas Party-Meile

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Palmas Paseo Marítimo: Krise zwingt viele Lokale zum Verkauf.
Aktualisiert
In Palma de Mallorca macht sich am Paseo Marítimo Untergangsstimmung breit. An den Fassaden, wo einst das Leben pulsierte, kleben jetzt Zettel: „Se vende“, „Se alquila“ oder „Se traspasa“.
Ein Laden nach dem anderen macht dicht. Die legendäre Ausgehmeile büßt ihre Geschäfte, ihren Charme und ihre Magie ein. Das ist ein klares Indiz für eine massive wirtschaftliche Schieflage.
Hohe Mieten, fehlende Gäste und verschärfte Vorschriften
Der Absturz hat viele Ursachen. Ladeninhaber und Vermittler stöhnen über einen fatalen Cocktail: Mieten, die durch die Decke gehen, fehlende Gäste in den Abendstunden und verschärfte Vorschriften. Der Todesstoß kam mit der Umgestaltung der Zone, als einfach 1200 Parkmöglichkeiten verschwanden – eine Katastrophe für ein Areal, das von spontaner Laufkundschaft abhängig war. Das berichtet das „Mallorca Magazin“.
Was die Sache so bitter macht: Es trifft sogar die ganz Großen. Das frühere „Garito“, eine Kult-Bar im Hafen von Can Barbara und in den 80ern sowie 90ern der Treffpunkt schlechthin, wird jetzt verkauft. Kostenpunkt: satte 1,45 Millionen Euro. Alternativ gibt es das Lokal für 9500 Euro im Monat. Dass diese Institution aufgeben muss, ist für viele Experten ein Wendepunkt.
Und das ist noch nicht alles. Für die Pizzeria Best Pizza werden 280.000 Euro aufgerufen, obendrauf kommen 3000 Euro Miete pro Monat. Bei solchen Beträgen bleibt Geldgebern kaum Spielraum. Jede Ecke des Ladens muss unmittelbar Gewinn bringen, was die ganze Sache extrem riskant macht.
Chechu Osinalde von der Agentur Gesmorent hofft nach Ende der Umbauphase auf einen kleinen Aufschwung. Er redet aber auch Klartext über eine Art „Qualitäts-Check“. Seiner Meinung nach müssen Läden mit „geringer Qualität“ Platz machen für etwas mit „höherem Niveau“. Zugleich stellt er fest, dass sich die Besucherströme ändern. Touristen und Touristinnen von Kreuzfahrtschiffen laufen schnurstracks ins Zentrum und lassen am Marítimo keinen Cent liegen. „Die Nacht hat weniger Kraft“, stellt Osinalde fest. Außerdem wird der Protest der Anlieger gegen Krach und Dreck immer lauter.
Nobel-Club macht nach zweieinhalb Jahren dicht
Ein Beweis, dass nicht mal mehr teuer und schick funktioniert, ist der Fall Lío. Der Nobel-Club macht nach gerade einmal zweieinhalb Jahren dicht. Das ist ein deutliches Zeichen: Auch für die Luxus-Klasse wird es eng, sobald die Besucher wegbleiben.
Einen der wenigen Hoffnungsschimmer liefert die Pizzeria La Placita direkt am Auditorium. Besitzer Mimo Ezzat Ballal will dafür 480.000 Euro haben – aber nur, weil er in Rente geht. „Es ist seit 35 Jahren geöffnet und wir haben hier immer voll“, verrät er.
Der Clou: Das benachbarte Auditorium spült zuverlässig Kundschaft her. Sein Beispiel belegt: Die Lage kann immer noch top sein, aber nur mit dem richtigen Konzept. Der Paseo Marítimo ist schon lange kein Garant für Erfolg mehr. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
