Müllberge ersticken die Urlaubsinsel! Ein drastischer neuer Plan soll das Chaos stoppen, doch der Widerstand ist enorm.
Müll-Notstand auf MallorcaDieser Radikal-Plan soll die Insel retten

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LKW mit Kran und Personen leeren Abfallcontainer
Die Bilder aus Llucmajor auf Mallorca sind für Einheimische und Feriengäste eine Zumutung. Seit Monaten, teils sogar seit Jahren, türmen sich Abfallsäcke neben überquellenden Behältern. Immer wieder gibt es massive Kritik aus der Bevölkerung, politische Auseinandersetzungen und sogar Androhungen von Streiks bei der Müllabfuhr. Der Kontrakt mit der aktuellen Firma ist längst ausgelaufen und wurde mehrfach nur provisorisch verlängert – ohne dass sich die katastrophale Lage gebessert hätte.
Damit soll nun aber Schluss sein. Die Gemeindeverwaltung unter der Leitung von Bürgermeisterin Xisca Lascolas will die Abfallkrise endlich in den Griff bekommen. Am Donnerstag (19. März) hat der Gemeinderat die Weichen für einen neuen Kontrakt zur Entsorgung und Straßenreinigung gestellt. Dabei geht es um ein gewaltiges Paket von über 53 Millionen Euro für die nächsten acht Jahre. Das berichtet „Mallorca Zeitung“.
Das neue System: Müllabfuhr kommt bis vor die Haustür
Der Plan beinhaltet tiefgreifende Veränderungen. In den Siedlungen an der Küste soll eine Abholung direkt am Haus eingeführt werden. In Ortschaften wie s’Arenal und anderen Wohngegenden sind Container-Sammelstellen vorgesehen, die sich nur noch mit einer speziellen Karte oder einem Schlüssel öffnen lassen. So soll gewährleistet werden, dass nur noch registrierte Personen ihren Unrat dort entsorgen können.
Opposition schlägt Alarm: „Wird zu enormen Beschwerden führen“
Obwohl die konservative Mehrheit den Plan in einer Sondersitzung durchgewunken hat, gibt es laute Kritik. Die grüne Regionalpartei Més per Llucmajor enthielt sich bei der Abstimmung zwar aus „Verantwortungsbewusstsein“, warnte aber zugleich vor erheblichen Gefahren. Angesichts der überbordenden Müllberge sei Handeln zwar nötig, doch die Einführung des neuen Konzepts berge große Risiken.
Gómez, der Sprecher von Més, befürchtet, dass sich gerade in Gegenden mit vielen Urlaubern der Abfall neben den verschlossenen Behältern ansammeln könnte. Er kritisierte den fehlenden politischen Konsens für einen Vertrag, welcher die Gemeinde acht Jahre lang „fesselt“. Zudem äußerte er Bedenken beim Datenschutz und bezweifelt, ob die flächendeckende Abholung am Haus überhaupt realisierbar ist. Gómez bemängelte auch, dass die Menschen kaum über die Änderungen informiert seien. „Wenn das nicht gut erklärt wird, wird die Flut an Beschwerden enorme Ausmaße erreichen“, warnte er und verlangte eine sofortige Aufklärungskampagne.
Auch die Sozialisten sind empört. Ihr Sprecher, Jaume Oliver, wirft der Regierung vor, die Ausschreibung „im Verborgenen, überstürzt, ohne ein einziges Treffen mit uns und ohne Gespräche mit irgendeiner Nachbarschaftsvereinigung“ durchgepeitscht zu haben. Das Tempo sei rasant gewesen: Am Montag vorgestellt, am Donnerstagmorgen schon beschlossen. Auch die Sozialisten enthielten sich, weil „die aktuelle Lage kaum noch schlimmer werden kann“, glauben aber nicht an eine Lösung. „Das heißt aber nicht, dass diese Ausschreibung irgendetwas löst – denn das tut sie nicht“, so Oliver.
Alexandro Gaffar von Llibertat Llucmajor sieht ebenfalls schwarz und fragt sich, ob Touristen das komplizierte System verstehen werden. Er kritisiert auch die selteneren Leerungen und fehlende Sommer-Verstärkung, was den Service seiner Ansicht nach „das ganze Jahr über unzureichend“ macht. Brisant ist der Zeitpunkt der Entscheidung: Sie fiel nur einen Tag vor einer Schlichtungsverhandlung, die einen unbefristeten Streik ab Montag (23. März) noch abwenden soll. Bei der nächsten Ratssitzung am Mittwoch (25. März) um 19.00 Uhr wird erneut mit wütenden Protesten von Einwohnern gerechnet. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

