Spaniens Monarch sorgt für einen Eklat. Mit einem Satz über die Vergangenheit bringt er das rechte Lager gegen sich auf.
Königs-Hammer in Spanien!Felipe gesteht Kolonial-Sünden – Rechte toben

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Reihe bunter spanischer Kolonialgebäude und Lichter.
Es war kein großer Staatsakt, keine Rede an die Nation. Die Worte fielen fast nebenbei, aber sie haben es in sich. Am Montag (16. März) besuchte König Felipe VI. eine Ausstellung in Madrid. In einem Gespräch mit Quirino Ordaz, dem Botschafter Mexikos, sprach der Monarch über die spanische Kolonialzeit und gestand ein, es habe „viel Missbrauch“ gegeben. Ein historischer Moment: Nie zuvor hat ein spanisches Staatsoberhaupt die Verbrechen der Kolonialzeit so deutlich benannt.
Die Art und Weise, wie die brisanten Worte an die Öffentlichkeit kamen, ist bemerkenswert. Alles wirkte spontan, doch der Museumsbesuch war nicht im offiziellen Terminkalender des Königs vermerkt. Das Königshaus selbst produzierte das Video und stellte es in die sozialen Netzwerke. Die Regierung war eingeweiht und Regierungssprecherin Elma Saiz erklärte am Dienstag (17. März), man stehe „zu 100 Prozent“ hinter den Aussagen des Monarchen. Das berichtet „Mallorca Zeitung“.
Rechte Politiker laufen Sturm
In Spanien löste das Geständnis des Königs ein politisches Beben aus, besonders im rechten Spektrum. Oppositionschef Alberto Núñez Feijóo von der konservativen PP fand es „Unsinn, heute im 21. Jahrhundert eine Bewertung der Vorfälle im 15. Jahrhundert vorzunehmen“. Noch drastischer äußerte sich die rechtsextreme Vox-Partei. Ihre Sprecherin Pepa Millán sagte: „Das spanische Vorgehen in Amerika war die größte Tat für die Evangelisierung und die Zivilisierung in der Geschichte der Menschheit.“ Konservative Medien warfen Felipe vor, die „Leyenda negra“, die sogenannte schwarze Legende, zu stärken.
Diplomatischer Eiertanz mit Mexiko
Der Streit um die Geschichte schwelt schon lange. Schon 2019 verlangte Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador eine offizielle Entschuldigung, doch Felipe VI. lehnte ab. Seine Nachfolgerin Claudia Sheinbaum lud den König 2024 nicht zu ihrer Amtseinführung ein. Jetzt versucht man, die Scherben aufzukehren, denn im November findet in Madrid ein wichtiger Gipfel der Staaten Iberoamerikas statt. Ein Treffen ohne Mexiko wäre ein Desaster.
Die Reaktion aus Mexiko kam prompt. Präsidentin Sheinbaum sagte: „Man kann schon sagen, dass wir etwas mehr erwartet hätten, aber es ist eine Geste der Annäherung“. Als Zeichen des guten Willens wurde Felipe VI. zu einem WM-Spiel in Guadalajara eingeladen. Ob Mexiko aber tatsächlich zum Gipfel nach Madrid reist, ließ sie offen.
Felipe VI. hatte seine Aussage selbst eingeordnet und erklärt, man müsse die Dinge „in ihrem angebrachten Kontext sehen, ohne übertriebene Moralisierung“. Darauf bezog sich auch PP-Chef Núñez Feijóo später, um seine Kritik abzumildern. Für viele im rechten Lager steht der König aber weiter in der Kritik, auch weil er das umstrittene Amnestiegesetz für die Anführer der Separatisten in Katalonien unterzeichnete. (red)
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