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Tödliches Inferno von Crans-MontanaNächster schwerer Verdacht kommt auf

Dieses Foto soll den Moment zeigen, als sich das Feuer in der Bar „Le Constellation“ ausbreitete.

Dieses Foto soll den Moment zeigen, als sich das Feuer in der Bar „Le Constellation“ ausbreitete.

40 Menschen sterben in der Silvesternacht in Crans-Montana. Eine Überwachungskamera hat das Drama gefilmt. Doch jetzt fehlen entscheidende Szenen. 

Rund um das verheerende Feuer in Crans-Montana, das in der Silvesternacht 40 Menschen in der Bar „Le Constellation“ das Leben kostete, kommen weitere Fragen aus. Nun kommt ein weiterer furchtbarer Verdacht auf: Sind wichtige Spuren gezielt gelöscht worden?

Während der Bar-Betreiber Jacques M. in U-Haft sitzt, laufen die Ermittlungen der Walliser Staatsanwaltschaft auf vollen Touren. Die Aufnahmen einer Überwachungskamera aus dem Lokal stehen dabei jetzt im Mittelpunkt. Aber anscheinend sind gerade die kritischen Momente kurz vor dem Flammen-Inferno nicht auf den Videos zu finden.

Wurden wichtige Spuren gelöscht?

Angeblich enden die Aufzeichnungen, die den Ermittlern vorliegen, um 1.23 Uhr – exakt drei Minuten vor dem Beginn des verheerenden Feuers. M.s Begründung bei einer ersten Befragung lautete: „Zu diesem Zeitpunkt hat sich das System aufgehängt. Ich kann es nicht mehr zurücksetzen.“

Er soll der Polizei nur Standbilder von elf verschiedenen Kameraperspektiven gezeigt haben, die keinerlei Anzeichen für die drohende Tragödie enthielten. Das berichtet „t-online“.

Betreiber sitzt in U-Haft

Das Benehmen der Inhaber sorgte bereits direkt nach der Katastrophe für Wirbel. Am Morgen des Neujahrstages waren auf einmal alle Social-Media- und Google-Profile der Bar wie vom Erdboden verschluckt. Diesen Vorwurf der Löschung bestreiten jedoch die Rechtsbeistände von Jacques und seiner Gattin Jessica M. Gegenüber dem Schweizer Rundfunk SRF erklärte Verteidigerin Nicola Maier: „Die sozialen Netzwerke wurden nie gelöscht. Der Zugang wurde gesperrt, damit die Ermittlungen in aller Ruhe unter der Aufsicht der Justiz durchgeführt werden konnten.“

Für Jacques M. wurde eine Untersuchungshaft von vorerst drei Monaten angeordnet. Sowohl für ihn als auch für seine Frau gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Der aktuelle Ermittlungsstand legt nahe, dass sprühende Partyfontänen das Feuer entfachten, indem sie an der Decke befindlichen Schaumstoff entzündeten. Ein besonders heikles Detail: Die lokalen Behörden gestanden ein, dass die letzte Brandschutzprüfung der Bar im Jahr 2019 stattfand, obwohl jährliche Inspektionen Pflicht sind.

Versperrter Notausgang im Erdgeschoss?

Auch Spekulationen um einen versperrten Notausgang machten zuletzt die Runde. So soll M. zugegeben haben, dass im Erdgeschoss eine Servicetür abgeschlossen war.

Im SRF-Interview erklärte Anwältin Maier, dass es im Kellergeschoss einen weiteren Notausgang gegeben habe, welcher „mit einem Panikgriff ausgestattet“ und nicht abschließbar gewesen sei. Auf ein Foto angesprochen, das angeblich den mit einem Hocker blockierten Ausgang zeigt, erwiderte sie: „Nein, das glaube ich nicht.“ Ihrer Aussage nach habe das Ehepaar M. sämtliche Vorschriften eingehalten.

 Die Brandkatastrophe forderte 40 Todesopfer, meist junge Leute. 116 Personen erlitten Verletzungen, und etwa 80 werden noch wegen schlimmer Verbrennungen in Kliniken behandelt. Ermittelt wird gegen das Gastronomen-Paar aus Frankreich wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.