Abo

Nach Inferno in Crans-MontanaChef gesteht schreckliches Versäumnis

Blick auf die Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana: 40 Menschen starben hier in dem Inferno.

Blick auf die Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana: 40 Menschen starben hier in dem Inferno.

Aktualisiert

Mindestens 40 Menschen sterben nach der Brand-Katastrophe in Crans-Montana: Jetzt spricht der Bar-Betreiber. 

Was für ein Albtraum in Crans-Montana! Der Schweizer Nobel-Skiort wird in der Silvesternacht zum Schauplatz einer Tragödie: In der Bar „Le Constellation“ sterben 40 Menschen in einem Flammenmeer, viele weiter erlitten teils schwere Verletzungen. Jetzt die schockierende Wende: Der Betreiber Jacques M. (49) hat gegenüber den Ermittlern gestanden, dass eine Notausgangstür im Untergeschoss von innen zugesperrt war.

Laut dem Schweizer Sender RTS hat M. seine Version der Ereignisse geschildert. Er sei in der Unglücksnacht sofort zur Bar geeilt. Vor Ort habe er die blockierte Fluchttür bemerkt und sie von der Außenseite aufgemacht. Dahinter fand er mehrere leblose Körper übereinanderliegend. Auf die Frage, wieso der Ausgang verriegelt war, hatte er laut Bericht keine Antwort.

Nahmen die Betreiber das Risiko bewusst in Kauf?

Genau diese zugesperrte Tür ist jetzt der Kernpunkt der Untersuchungen, die von vier Staatsanwältinnen geleitet werden. Die Rolle der Tür ist deshalb so entscheidend, weil wohl etliche Gäste vergeblich versucht hatten, sich durch diesen Ausgang in Sicherheit zu bringen.

Aber das ist noch nicht alles. M. räumte laut RTS auch ein, die alte Dämmung aus Akustikschaumstoff eigenhändig entfernt zu haben. Ersetzt habe er sie mit Material, das er in einem Baumarkt besorgte. Besonders heikel: Mitarbeiter des Lokals hatten ihn schon früher auf die hohe Brandgefahr der Deckenverkleidung aufmerksam gemacht.

Am Freitag nahm sich die Staatsanwaltschaft das französische Paar vor: M. und seine 40-jährige Frau wurden über sechs Stunden lang verhört. Die Ermittlungen gegen sie laufen wegen des Verdachts auf Tötung aus Fahrlässigkeit sowie Körperverletzung.

Wenn die Staatsanwaltschaft der Ansicht ist, dass die Verdächtigen wussten, dass die Tür verschlossen war und dass sie das Risiko bewusst in Kauf nahmen, könnten sie wegen Mordes mit bedingtem Tötungsvorsatz vor Gericht landen. Dann könnten beide mit einer Haftstrafe von bis zu zwanzig Jahren rechnen.

Für Jaques M. klickten bereits die Handschellen – er sitzt wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Die Anklagebehörde begründet dies auch mit seiner Vergangenheit: M. wurde in Frankreich schon 2018 wegen Zuhälterei verurteilt. Seine Frau kam vorläufig auf freien Fuß. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.