Ein Meeresriese ringt mit dem Tod. Jede Minute zählt.
Drama vor PoelGestrandeter Wal in Todesfalle – erstickt er an Land?

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Buckelwal spritzt Wasser in der Ostsee.
Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit vor der Insel Poel in der Ostsee. Dort ringt ein Buckelwal, der gestrandet ist, um sein Überleben. Die Lage spitzt sich immer weiter zu, weil das Wasser stetig zurückgeht. Eine tödliche Falle für den Giganten: Sein eigenes, gewaltiges Gewicht zerquetscht die inneren Organe, erklärt der Forscher Fabian Ritter.
Eine private Initiative will den Wal aber nicht aufgeben. Helfer stehen bis zur Hüfte im eiskalten Meer und kämpfen für die Befreiung des Riesen. Sie setzen Saug- und Spültechnik ein; selbst ein Bagger auf einer mobilen Plattform ist im Einsatz, um eine Vertiefung unter dem Wal zu graben. Die Hoffnung: Den Meeressäuger anschließend in tiefere Bereiche zu lotsen, „raus aus dem Nadelöhr“. Allerdings hatten viele Forscher, wie die vom Deutschen Meeresmuseum und der Tierärztlichen Hochschule Hannover, schon Anfang April eine Bergung als aussichtslos bezeichnet. Das berichtet „DER SPIEGEL“.
Fallender Pegel wird zur Todesfalle
Die Uhr tickt unaufhaltsam. Der Wasserstand am Dienstagmorgen lag etwa 50 Zentimeter unter dem des Vortages. Nach einem kurzen Anstieg bis 10.00 Uhr sank der Pegel erneut. Deswegen liegt ein erheblicher Teil des Walkörpers nun frei. Er lebt und rührt sich gelegentlich, ist aber gefangen. Nach einem Krisentreffen mahnt Umweltminister Till Backhaus (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern: „Wenn das abdriftet in eine Richtung, dass dem Tier Schaden zugefügt wird, dann ist eine Grenze erreicht.“ Unglaublich: Es ist schon die fünfte Strandung für das Tier.
Krach bei den Rettern: „Wir sind alle am Ende“
Und als wäre das nicht genug, gibt es jetzt auch noch Zoff im Rettungsteam. Die Pressesprecherin der Gruppe, Christiane Freifrau von Gregory, hat ihren Posten geräumt, wie sie in einer Erklärung mitteilte. Als Begründung führte sie „interne Differenzen“ an. Zusätzlich wurde die leitende Tierärztin per Helikopter in eine Klinik geflogen, während eine andere Spezialistin aus Hawaii nach einem Streit das Handtuch warf. Walter Gunz, Mitgründer von MediaMarkt und einer der Geldgeber, gibt zu: „Wir sind alle am Ende.“ Ans Aufhören denkt er trotzdem nicht.
Einen kurzen Moment der Hoffnung gab es am Montag: Bei höherem Wasserpegel schaffte es der Wal kurz, sich aus eigener Kraft zu lösen. Aber die Freiheit währte nicht lange, er saß schnell wieder fest. Sein Schwimmverhalten wirkte dabei „unnatürlich“, analysiert der Fachmann Ritter. Dessen klarer Rat lautet deshalb: „Ich empfehle, diesen Wal jetzt einfach strikt in Ruhe zu lassen.“ Dennoch soll dem etwa zwölf Meter großen Säuger Futter angeboten werden, bestehend aus Hering und Shrimps. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
