Wer am Wochenende raus geht, sollte sich dick einmummeln: Es wird bitterkalt und stürmisch. Das könnte besonders Obdachlose hart treffen. Städte wie Dortmund reagieren. Eine andere Gemeinde kämpft mit Problemen.
NRW rüstet sich für Schnee und EisGemeinde steht schlecht da: „Zusätzliche Gefahren“
Aktualisiert
Das Wintertief „Elli“ bringt am Wochenende Schnee, Sturm und Glätte nach Nordrhein-Westfalen. Für Freitag rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) zwar noch mit Tauwetter von bis zu fünf Grad plus, der Wind nimmt aber zu und erreicht bis zu 70 Kilometer pro Stunde.
Am Abend wird es klirrend kalt. Am Samstag und Sonntag wird es der Prognose zufolge überall in Nordrhein-Westfalen durchgehend frieren - am Wochenende sinken die Temperaturen tagsüber auf bis zu minus sieben Grad, nachts auf bis zu minus 13 Grad. Vor glatten Straßen und glatten Gehwegen wird gewarnt.
Das Wochenende endet kalt, aber sonnig
In der Nacht zu Samstag wird es in NRW wohl kräftig schneien, im Bergland werden bis zu 20 Zentimeter Neuschnee erwartet und in tieferen Lagen bis zu 10 Zentimeter Neuschnee.
Am Sonntag soll es heiter bis wolkig und niederschlagsfrei sein: Wer einen dicken Mantel hat, könnte dann bei einem Spaziergang auf seine Kosten kommen und Kinder können sich beim Schlittenfahren austoben. Grundvoraussetzung für das Familienvergnügen am Sonntag: Warm genug angezogen sein.
Manche Schüler dürfen daheim bleiben
Zu Beginn des Wochenendes führten die Folgen des Sturmtiefs Elli aber zu Sorgenfalten an Schulen. Einige Grundschulen in Düsseldorf und Umgebung stellten den Eltern frei, ob sie ihre Kinder am Freitag zur Schule schicken oder daheim lassen.
Ein Sprecher des Schulministeriums verwies auf eine Regelung, der zufolge bei extremen und plötzlich auftretenden Witterungsverhältnissen die Eltern entscheiden können, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar sei.
Leopoldshöhe wartet vergeblich auf Streusalz-Lieferung
Vor einem klirrend kalten Wochenende steht auch die 17.000-Einwohner-Gemeinde Leopoldshöhe in Lippe schlecht da. Die Gemeindeverwaltung teilte mit, sie habe zwar „rechtzeitig“ Streusalz bestellt, es sei bislang aber nicht angekommen. Der vorhandene Streusalzbestand reiche nur für die Hauptverkehrsstraßen, Rettungswege und andere wichtige Strecken.
Man müsse mit den vorhandenen Ressourcen verantwortungsvoll umgehen. Es könne in Nebenstraßen glatt sein, so die Gemeinde. Sie appelliert zur Vorsicht und ermahnt die Bürgerinnen und Bürger, Schnee nicht vom eigenen Grundstück auf die Straße zu schieben. „Dadurch entstehen zusätzliche Gefahren für den Verkehr und den Winterdienst.“ Zuvor hatte die „Neue Westfälische“ berichtet.
Von Autofahrten wird abgeraten
Wer kann, der sollte sein Auto in der Garage lassen. So appellierte der Kreis Paderborn mit Blick auf die erwartete Glätte samt stürmischen Windes an seine Bürgerinnen und Bürger, Fahrten möglichst zu vermeiden oder zumindest langsam zu fahren und größere Abstände zum Vorausfahrenden einzuhalten.
Besonders auf Brücken oder auf abschüssigen Straßen sowie im Schatten sei Vorsicht geboten. Wer zu Fuß unterwegs ist, sollte an festes Schuhwerk denken.
Besonders hart dürften die Folgen der harschen Witterungsbedingungen die Ärmsten der Gesellschaft treffen. Um Kältetote oder Verletzungen durch Kälte zu vermeiden, richtete die Stadt Dortmund zusätzliche Notschlafstellen für Obdachlose ein. Auch die Stadt Köln weitet ihr Hilfsangebot aus.
Diese Extra-Betten sind für diejenigen gedacht, die bislang in Parks, an Straßen und anderen Stellen des öffentlichen Raums übernachten. „Niemand muss in Dortmund im Freien übernachten“, hieß es in einer Mitteilung der Ruhrgebietsstadt. (dpa/mg)


