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An NRW-Schule8. Klasse soll „Puff“-Konzept entwickeln – Eltern entsetzt

Eine Frau steht im Eingangsbereich eines Bordells. In einer Schulaufgabe sollten Schüler in NRW sich Gedanken über die Gestaltung eines „Puffs für alle“ machen. (Symbolbild)

Copyright: Andreas Arnold/dpa

Eine Frau steht im Eingangsbereich eines Bordells. In einer Schulaufgabe sollten Schüler in NRW sich Gedanken über die Gestaltung eines „Puffs für alle“ machen. (Symbolbild)

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Diese Schulaufgabe sorgt für Wirbel: Eine 8. Klasse in NRW soll einen Puff entwerfen.

An einem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen sorgt eine Hausaufgabe für einen Riesen-Wirbel: Im Sexualkundeunterricht wurde eine Klasse beauftragt, ein Freudenhaus zu entwerfen – nun äußern sich die Involvierten.

Riesen-Zoff an einer Schule in Kevelaer (NRW)! Unter Eltern und in der Schülerschaft kocht die Wut hoch. Auslöser ist eine Übung für die achte Klasse im Fach Sexualkunde.

Die Teenager bekamen die Anweisung, ein imaginäres Etablissement zu konzipieren, einen sogenannten „Puff für alle“. Laut Berichten der „Rheinischen Post“ sowie des WDR war in dem Arbeitsauftrag auch von einem „Freudenhaus der sexuellen Lebenslust“ die Rede.

Drei Arbeitsblätter wurden Berichten zufolge an die Jugendlichen zwischen 13 und 15 Jahren verteilt. Die Aufgabe bestand darin, einen bereits existierenden „Puff“ zu modernisieren. Dabei mussten sich die Teenager mit diversen Fragestellungen befassen: „Welches inhaltliche Angebot muss der neue Puff für alle bereithalten? Welche sexuellen Vorlieben müssen in den Räumen wie bedient und wie angesprochen werden?“

„Wer muss in diesem neuen Puff arbeiten?“

Aber das war noch nicht alles. Die Aufgabe umfasste auch die Inneneinrichtung. Die „Rheinische Post“ zitierte aus den Dokumenten die Frage: „Für welche Personengruppen braucht es welche Voraussetzungen, damit sie in den Puff gelangen können?“. Zudem wurde gefragt: „Wie muss der Puff von außen gestaltet sein, damit er von allen möglichen Menschen aufgesucht werden kann und aufgesucht werden möchte?"

Zusätzlich sollten die Teenager Überlegungen zum Personal anstellen: „Wer muss in diesem neuen Puff arbeiten? Welche Fähig- und Fertigkeiten brauchen die dort Arbeitenden, damit alle möglichen Menschen bedient und zufriedengestellt werden können?“ Sogar die Vermarktung des imaginären Betriebs war ein Thema, einschließlich einer Werbekampagne und der Preisgestaltung.

So reagiert die Schulleitung auf die Bordell-Aufgabe

Die Schulleitung schaltete sich nach dem Aufruhr um die Aufgabe ein. Gegenüber der „Rheinischen Post“ bestätigte Schulleiterin Christina Diehr, dass es in der Tat Debatten gab. Sie habe umgehend das Gespräch mit dem Lehrpersonal, den Eltern sowie der Klassenpflegschaft gesucht.

Die zuständige Lehrkraft habe den Involvierten die „Hintergründe des Unterrichtsmaterials erläutert“. Die Gespräche seien laut Diehr „sehr konstruktiv geprägt“ verlaufen, sodass „Irritationen ausgeräumt wurden“. Ziel der Übung sei es gewesen, Debatten anzustoßen und Inhalte zu behandeln, denen Teenager auf Social Media begegnen.

Schule zieht Konsequenzen – Bedauern über die Unruhe

Eine Wiederholung einer derartigen Aufgabe wird es trotz der Erklärungen wohl nicht geben. „Unter Berücksichtigung der Ergebnisse des intensiven Austauschs mit allen Beteiligten sind alternative Unterrichtseinheiten in Vorbereitung“, ließ die Schulleitung verlauten. Zudem drückte man Bedauern über die verursachte Aufregung innerhalb der Schulgemeinde aus.

Auch auf Social Media sorgte der Fall für gewaltiges Aufsehen. Vor allem Influencer und Medien aus dem rechtspopulistischen Spektrum instrumentalisierten die Story für politische Attacken gegen die NRW-Landesregierung.

Schülerin verteidigt Aufgabe – aber mit wichtiger Kritik

Eine Schülerin meldete sich anonym beim WDR zu Wort und lieferte eine völlig neue Sichtweise. Per Textnachricht an den Sender erklärte sie: „Meine Einschätzung zu dem Thema ist, dass es von den meisten Leuten von der falschen Seite aufgearbeitet wird“.

Sie bemängelte, dass viele sich darüber aufregen, die Schüler seien „zu jung“ oder dass sexuelle Diversität an Schulen fehl am Platz sei. „Was wir aber hinterfragen sollten, ist die Akzeptanz um das Thema Sexarbeit; und das Arbeiten mit der Idee eines Puffs als gesetzte Einheit im Biologie-Unterricht“, so die Nachricht der Schülerin an den Sender.

Es sei zwar wichtig, über Vielfalt und Sexualität zu sprechen, auch in Biologie. Die Auseinandersetzung mit Sexarbeit gehöre jedoch „in den SoWi-Unterricht, wo Schüler lernen, Sexarbeit kritisieren und aus moderner Sicht be- und bestenfalls verurteilen zu können“. Ihr Fazit war eine deutliche Forderung: „Puffs existieren faktisch zum Nachteil von Frauen und wir müssen sie reflektieren und ihre Auswirkungen aufarbeiten, besonders in der Schule.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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