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Kunst statt QuoteBerliner Theatertreffen schafft die umstrittene Frauenquote ab

Theatertreffen

Copyright: Jens Kalaene/dpa

Für das Theatertreffen werden jährlich die «zehn bemerkenswertesten Inszenierungen» nach Berlin eingeladen. (Archivbild)

Paukenschlag: Berliner Theatertreffen kippt Frauenquote

Beben in der Theaterwelt: Das renommierte Berliner Theatertreffen kippt für die kommenden zwei Jahre die Frauenquote. Die Entscheidung der Jury sorgt für mächtig Wirbel.

Bei dem Festival werden jedes Jahr die zehn „bemerkenswertesten Inszenierungen“ aus dem deutschsprachigen Raum geehrt. Seit dem Jahr 2020 galt eine feste Regel: Mindestens die Hälfte der prämierten Stücke musste von Frauen oder mehrheitlich weiblichen Gruppen stammen.

Doch damit ist jetzt erstmal Schluss. „Die neue Jury hat sich nach ausgiebiger Beratung entschieden, für die Festivalausgaben 2027 und 2028 ohne Frauenquote zu sichten und einzuladen“, verkündete das Festival am Sonntagabend.

Jury pocht auf „künstlerisch Bemerkenswertes“ ohne Einschränkung

Aber wieso diese plötzliche Wende? Zwei Jurymitglieder gaben in der Zeitung „Welt“ und beim Portal „Nachtkritik“ Einblicke. Einerseits sei die Anzahl der Regisseurinnen im Theaterbereich gewachsen. Andererseits existieren mittlerweile auch non-binäre Regie-Personen, was eine Quote verkompliziere. Die Sorge sei, dass ein zusätzliches Kriterium die künstlerische Auswahl beeinflusse.

Jury-Mitglied Jakob Hayner schrieb es in der „Welt“ auf den Punkt: „Es wird im nächsten Jahr wieder uneingeschränkt um das künstlerisch Bemerkenswerte gehen, egal von wem.“ Man beabsichtige aber, genauer zu prüfen, „was aus Sicht der Kritik im Betrieb für wen gut oder schlecht läuft.“

Anstelle einer starren Vorgabe will die Jury nun einen neuen Kurs fahren. Sie plant, „ihre Beobachtungen und Sichtungserfahrungen zu strukturellen Ungleichheiten“ mit der Öffentlichkeit zu diskutieren. Eingeführt wurde die Frauenquote 2019 für die Festivals 2020 und 2021 und wurde seither jährlich von der jeweiligen Jury neu bestätigt.

Die Debatte, die in der Hauptstadt entfacht wurde, könnte demnächst auch die Bühnen in Köln und der Region erreichen. Es bleibt spannend, wie die Kulturszene hier auf den Vorstoß aus Berlin reagieren wird. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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