Abo

Besonders dreiste MascheRazzia bei Clan in NRW – jahrelang keine Steuern gezahlt

Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF)

Copyright: Oliver Berg/dpa

Razzia bei Netzwerk von Handwerksfirmen. (Symbolbild)

Razzia in NRW! Dreister Handwerker-Clan prellte den Staat

Jahrelang keinen einzigen Euro an den Fiskus abgeführt? Jetzt der Zugriff in NRW! Fahnder sind in Nordrhein-Westfalen mit einer großangelegten Aktion gegen ein Geflecht von Handwerksbetrieben eingeschritten. Der gravierende Verdacht: über Jahre andauernder Steuerbetrug. Ein Familienverbund soll laut Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW) Einnahmen über diverse Firmen generiert, diese aber dem Finanzamt vorenthalten haben.

Die Behörden schätzen den bisherigen Schaden für den Staat auf mehrere Hunderttausend Euro. Diese Summe soll über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren zusammengekommen sein. Der wirkliche Verlust könnte aber noch erheblich höher ausfallen.

Ermittler sprechen von „besonders dreistem“ Fall

Stephanie Thien, die Leiterin des LBF NRW, findet dazu klare Worte: „Der aktuelle Fall ist besonders dreist, weil die Beschuldigten den Erkenntnissen zufolge nicht einen Cent an Umsatz- und Ertragsteuern für ihre Einkünfte gezahlt haben – und das über Jahre hinweg“. Die Untersuchungen seien obendrein sehr aufwendig. „Die Ermittlungen gestalten sich komplex, weil die mutmaßlichen Clan-Angehörigen ihre Verbindungen und Aufenthaltsorte geschickt zu verschleiern versuchen“, erklärt Thien weiter.

Geldspürhund bei Razzia im Einsatz

Die Masche der Angeschuldigten: Ihre Leistungen wurden laut LBF NRW auf Online-Portalen offeriert. Die Nachforschungen deckten auf, dass die Betriebe teilweise gar nicht registriert waren oder Steuernummern verwendeten, die nicht mehr gültig waren. In manchen Situationen sollen die Auftraggeber nach Erledigung der Arbeit sogar genötigt worden sein, größere Beträge zu entrichten, als zuvor abgemacht wurde.

Bei den Razzien an unterschiedlichen Standorten in Nordrhein-Westfalen konnten Steuerfahnder Beweismaterial beschlagnahmen. Wie die Behörden mitteilten, wurde zudem eine Immobilie zur Absicherung möglicher staatlicher Forderungen mit einer Belastung versehen. An dieser Operation waren auch die Polizei und ein Hund zum Aufspüren von Bargeld beteiligt. Die Untersuchungen konzentrieren sich momentan auf acht Verdächtige, die dem Familienverbund angehören sollen.

Begriff „Clankriminalität“ ist umstritten

Die Bezeichnung Clankriminalität ist selbst kontrovers. Kritikerinnen und Kritiker beanstanden, dass sie Personen mit einer Einwanderungsgeschichte pauschal nur aufgrund ihrer familiären Herkunft und Zugehörigkeit brandmarkt und benachteiligt. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Mutmaßlicher Dieb wird mit Haftbefehl gesucht. (Symbolfoto)

Attacke nach Pfand-Klau

Mitarbeiter verletzt – Täter polizeibekannt