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Ausnahmezustand in NeussErst Bomben-Fund, dann 39 Sturm-Einsätze

Bombenentschärfung und Sturmeinsätze beschäftigen die Feuerwehr Neuss.

Copyright: Feuerwehr Neuss

Bombenentschärfung und Sturmeinsätze beschäftigen die Feuerwehr Neuss.

Großeinsatz in Neuss: Nach einer doppelten Bombenentschärfung hielt ein Sturm die Feuerwehr auf Trab.

Was für ein Marathon für die Helfer und Helferinnen. Am Freitag (23. Oktober 2026) und am darauffolgenden Samstag (24. Oktober) war die Feuerwehr in Neuss im Dauereinsatz.

Zunächst sorgte ein brisanter Fund am Freitagmorgen für Aufregung: Bei Sondierungen an der Moselstraße wurden gleich zwei Fünf-Zentner-Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt.

Autobahnen A57 und A46 für Entschärfung gesperrt

Für die Entschärfung der Blindgänger mussten nicht nur umliegende Straßen und Wege, sondern auch die Autobahnen A57 und A46 gesperrt werden. Um 15.Uhr rückte der Kampfmittelbeseitigungsdienst an, um die Gefahr zu bannen. Nach 45 Minuten Bangen gab es um 15.45 Uhr endlich Entwarnung: Beide Weltkriegsbomben wurden erfolgreich entschärft.

Doch Zeit zum Durchatmen blieb kaum. Im weiteren Verlauf des Tages fegte ein Sturm über das Stadtgebiet und sorgte bis in die Nacht sowie am Samstag für insgesamt 39 Einsätze. Ein deutlicher Schwerpunkt lag dabei auf der Furth, aber auch in Reuschenberg, Grefrath und im Dreikönigenviertel mussten die Kräfte ausrücken.

Umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, lose Dachteile, flatternde Werbeplakate und umgewehte Bauzäune hielten die rund 80 Einsatzkräfte in Atem. An zwei Stellen krachten Bäume auf geparkte Autos. Besonders dramatisch war die Lage am Linneplatz: Dort war ein Baum direkt auf ein Haus gestürzt, ein weiterer drohte ebenfalls auf das Gebäude zu kippen. Rund zwei Stunden kämpfte die Feuerwehr vor Ort gegen die Gefahr.

Auch für den Verkehr hatte das Unwetter heftige Folgen. An der Klever Straße fiel ein Baum auf eine Bahnstrecke. Auf der A57 mussten die Retter und Retterinnen insgesamt viermal eingreifen. Die Anschlussstelle Reuschenberg wurde in Fahrtrichtung Krefeld zeitweise gesperrt, weil dort weitere Bäume umzustürzen drohten. Inzwischen ist die Sperrung wieder aufgehoben.

Neben den hauptamtlichen Kräften waren die Löschzüge Stadtmitte, Uedesheim, Norf, Rosellen, Holzheim, Grefrath und Furth im Einsatz, um mehrere Stellen gleichzeitig abzuarbeiten. Wer weiterhin Sturmschäden entdeckt, von denen eine akute Gefahr ausgeht, soll diese über den Notruf 112 melden und Abstand zu beschädigten Bäumen sowie losen Bauteilen halten. (red)