NRW ist Stau-Land Nummer eins – und es wird noch schlimmer.
Horror-Bilanz für NRWEs wird wohl noch schlimmer

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Alltag auf dem Kölner Autobahnring: Fahrzeuge stauen sich auf vielen Strecken, wie am Leverkusener Kreuz.
Nordrhein-Westfalen bleibt das Stauland Nummer eins in Deutschland und wird diesen unrühmlichen Titel wohl auch nicht so schnell wieder los. Ganz im Gegenteil: Autofahrer und Autofahrerinnen verbrachten im vergangenen Jahr sogar noch mehr Zeit im Stau als 2024. Das geht aus der Jahresbilanz des ADAC in NRW hervor.
Reisende standen im letzten Jahr auf den Autobahnen in NRW fast 7000 Tage in Staus und stockendem Verkehr. Auf den rund 2250 Kilometern summierte sich die Dauer aller Verkehrsstörungen auf beinahe 168.000 Stunden. Das sind 13.000 Stunden und damit ungefähr acht Prozent mehr als noch im Jahr 2024. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.
168.000 Staumeldungen in NRW
Die gesamte Länge aller Staus wuchs um drei Prozent auf fast 280.000 Kilometer an. Insgesamt zählte der ADAC auf den NRW-Autobahnen 2025 rund 168.000 Staumeldungen, was etwa 4000 weniger als im Vorjahr waren. Dennoch entfällt damit erneut ein Drittel aller Staus auf NRW, gefolgt von Bayern (17,7 Prozent) und Baden-Württemberg (9,3 Prozent).
„Die Verkehrsinfrastruktur wurde über Jahrzehnte vernachlässigt. Das Ergebnis sehen wir heute. Bröckelnde Brücken, kaputte Fahrbahnen und Engpässe, soweit das Auge reicht. Ein gewaltiger Sanierungsstau, der abgearbeitet werden muss“, erklärt ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold. „Nirgendwo gibt es deshalb derart viele Autobahnbaustellen. Sie sind alternativlos, auch wenn sie für viel Frust sorgen“, so Suthold weiter. Bundesweit befanden sich zwischen 57 und 68 Prozent der baustellenbedingten Verkehrsbehinderungen in NRW.
Diese NRW-Autobahnen sind besonders belastet
Besonders betroffen sind die A1, A3, A4, A40 und A57. Auf der A40 registrierte der ADAC mit rund 17.200 Meldungen die meisten Staus, während die A1 mit 41.600 Kilometern die größte Staulänge aufwies. Die meiste Zeit im Stau verbrachten Autofahrer und Autofahrerinnen auf der A3 mit knapp 20.300 Stunden. Auffällig im Vergleich zu 2024: Auf der A4 nahm die Staudauer mit einem Plus von 76 Prozent am stärksten zu.
Der Abschnitt mit den häufigsten Staus lag erneut auf der A42 zwischen Dortmund und Kamp-Lintfort. Die in Summe längsten Staus gab es mit über 21.700 Kilometern auf der A3 zwischen Köln und Oberhausen. Hier benötigten Reisende auch die meiste Geduld. Den mit 28 Kilometern längsten Einzelstau in NRW gab es am 8. April auf der A3 zwischen Mettmann und dem Kreuz Köln-Ost.
An diesen Tagen war es besonders heftig
Der staureichste Tag in NRW war mit 949 Staustunden der Mittwoch vor Christi Himmelfahrt (28. Mai). Danach folgen der Donnerstag vor dem Tag der Deutschen Einheit (2. Oktober) und der Mittwoch vor dem Tag der Arbeit (30. April). Die in Summe längsten Staus gab es ebenfalls am 28. Mai sowie aufgrund eines Wintereinbruchs am 9. Januar.
Die schlimmsten Stautage der Woche sind Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Für den Mittwoch ermittelte der ADAC im Schnitt die meisten Staumeldungen, Staukilometer und Staustunden. Am Montag war die Verkehrslage hingegen etwas entspannter. Freitags war der Berufsverkehr morgens vergleichsweise gering, dafür mussten Autofahrer und Autofahrerinnen an den Nachmittagen mehr Geduld aufbringen, wenn Berufs-, Freizeit- und Urlaubsverkehr zusammentreffen.
Wie geht es 2026 weiter?
Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Das liegt an der weiterhin stark sanierungsbedürftigen Verkehrsinfrastruktur, sowohl auf der Straße als auch bei der Schiene. Hinzu kommen allein im Rheinland bis Ende 2026 rund 30 Großbaustellen bei der Bahn. Ein Teil der Bahnpendler wird während der Sperrungen auf das Auto umsteigen, vor allem diejenigen, die sonst Park & Ride-Anlagen nutzen.
Auf dem Kölner Autobahnring (A1/A3/A4) bleibt die Staugefahr unverändert hoch. Gründe sind der Neubau des zweiten Teils der Leverkusener Brücke, Einschränkungen auf der A4 und der Umbau des Heumarer Dreiecks. Im Raum Bonn sorgen Bauarbeiten auf der A565 und A59 für Verzögerungen.
Auch auf der A57 zwischen den Kreuzen Kamp-Lintfort und Meerbusch müssen Autofahrer und Autofahrerinnen weiterhin deutlich mehr Zeit einplanen. Im Ruhrgebiet sind die A1, A2, A3, A40 und A43 besonders staugefährdet.
Der ADAC fordert eine gesicherte Finanzierung für Sanierung und Ausbau durch den Bund, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, eine bessere Abstimmung von Baumaßnahmen und eine Verkürzung der Bauzeit beim Austausch maroder Brücken (red).
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