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Häftling bei Arztbesuch befreitDetail zum Tathergang wirft Fragen auf

15.10.2026, Nordrhein-Westfalen, Essen: Polizeibeamte stehen in unmittelbarer Nähe zum Tatort an einem Ärztehaus am Kennedyplatz. Nach der gewaltsamen Befreiung eines Häftlings bei einem Arztbesuch in Essen sind bei der Polizei mehrere Zeugenhinweise eingegangen. Die drei Männer sind weiter auf der Flucht. Foto: Christoph Reichwein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Copyright: Christoph Reichwein/dpa

Polizeibeamte stehen in unmittelbarer Nähe zum Tatort an einem Ärztehaus am Kennedyplatz.

Zwei Bedienstete wurden bei der Befreiung eines Häftlings in Essen überwältigt. Keine Waffe ging verloren, beide blieben unverletzt.

Zwei Bedienstete der JVA Essen wurden bei der gewaltsamen Befreiung eines Häftlings in einem Ärztehaus überwältigt. Die Täter könnten Fesselschlüssel dabeigehabt haben, so ein Vertreter des NRW-Justizministeriums bei einer Sondersitzung in Düsseldorf.

Die Beamten hätten bei dem begleiteten Arztbesuch ihre Schlüssel für Hand- und Fußfesseln bei sich getragen. Man habe „alles dabei“ gehabt; die Schlüssel seien „noch am Mann“ gewesen. „Es müssen eigene Schlüssel mitgebracht worden sein“, erklärte der Ministeriumsvertreter.

Häftling in NRW befreit: Hatten Komplizen Handschellen-Schlüssel?

Wie die Täter an diese gekommen sein könnten, ist unklar. Im Frühjahr 2026 gab es allerdings Berichte, dass passende Generalschlüssel für ein in NRW verwendetes Handschellen-Modell frei verkäuflich im Internet zu finden waren,

Auch die Dienstwaffen der Beamten sind nicht dauerhaft in fremde Hände geraten. Keine Waffe sei abhandengekommen, hieß es in der Sondersitzung des Rechtsausschusses. Eine liege bei der Polizei, die andere sei im Holster geblieben.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen überfielen die Täter die beiden Mitarbeiter am Mittwoch im Hausflur des Ärztehauses, überwältigten sie und fesselten sie. Sie hatten den Untersuchungsgefangenen in eine radiologische Praxis begleitet, wo laut Justizministerium eine MRT-Untersuchung durchgeführt werden sollte. Laut Justizministerium blieben beide körperlich unverletzt.

Der Häftling hatte laut Ministerium erst am Abend zuvor von dem Arzttermin erfahren. Wie die Befreier davon Kenntnis erlangen konnten, ist Teil der Ermittlungen. (dpa/red)