Beim Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach kam es zum Härtetest für das neue Sicherheitskonzept. Nach den Krawallen stellt sich die Frage: Wer war schuld? Für die Polizei-Grwerkschaft ist die Antwort klar.
„Erkennbar ungenügend“Derby-Krawalle: Polizei-Gewerkschaft sieht die Schuld beim FC

Copyright: IMAGO/Maximilian Koch
Fans des 1. FC Köln und von Borussia Mönchengladbach lieferten sich während des Derbys heftige Ausschreitungen.

Aktualisiert:
Es waren hässliche Szenen, die sich während des Derbys zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach im Oberrang der Nordtribüne abspielten.
Nachdem Gästefans die Trennscheibe zwischen den Blöcken mit einem Nothammer zerstört hatten, kam es zu wilden Prügelszenen zwischen den rivalisierenden Fanszenen. Danach wurde Pyrotechnik in den Block der Kölner Fans geschossen. Zwei Stadionbesucher, eine Ordnerin und drei Polizisten wurden verletzt, darunter auch ein Kind.
Polizei kritisiert Ordnungsdienst
Im Anschluss wurde prompt das neue Einsatzkonzept kritisiert. Das sieht weniger Polizeipräsenz im Stadion und dafür mehr Eigenverantwortung der Vereine vor. Dass dies dazu geführt hat, dass die Einsatzkräfte erst nach einigen Minuten am Ort des Geschehens waren, will die Deutsche Polizeigewerkschaft NRW so nicht stehen lassen.
Im Gegenteil, das polizeiliche Konzept sei sogar „voll aufgegangen“. In einem Schreiben schiebt die DPolG NRW die Verantwortung dem Veranstalter, also dem FC, zu. Darin heißt es: „Es muss abermals die Frage gestellt werden, wie es überhaupt möglich sein kann, dass Pyrotechnik in ungeheuren Ausmaßen ins Stadion verbracht werden konnte.“
In der Folge wird die Gewerkschaft noch deutlicher und wählt drastische Worte. „Die Sicherheitsmaßnahmen des Veranstalters bei den Einlasskontrollen beziehungsweise generell die Sicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung der Verbringung von Pyrotechnik ins Stadion sind erkennbar ungenügend. Hier wird deutlich, dass die Vereine kein echtes Interesse haben, zu intervenieren und die Pyrotechnik im Stadion zu verhindern.“
Damit ist klar, wo die Reise hingehen soll. Die Vereine sollen künftig noch stärker zur Verantwortung gezogen werden. Zuletzt hatte bereits der nordrhein-westfälische Landesrechnungshof gefordert, Fußballvereine künftig an den Kosten für besonders aufwendige Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen zu beteiligen.
In die gleiche Kerbe schlägt nun auch die DPolG NRW. Der Landesvorsitzende Sascha Gerhardt sagt: „Um endlich Verhaltensänderungen herbeizuführen, wird es zudem unumgänglich sein, dass die Vereine an den Kosten der Polizeieinsätze beteiligt werden – die Zurückhaltung des Landes NRW muss hier wirklich besonders kritisch gewürdigt werden.“
Sollten Vereine wiederholt die Sicherheit nicht garantieren können, bringt er zudem Spielabsagen oder Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit ins Spiel.

