Mit OneRepublic fand erst der zweite Auftritt im neuen Open-Air-Park in Düsseldorf statt. Die Bedingungen in der Location nahe der Merkur Spiel-Arena waren bei ihrer Premiere schwer kritisiert worden.
Nach Chaos-Start im Open-Air-ParkUS-Superstars sorgen für ganz anderes Konzert-Erlebnis in Düsseldorf

Copyright: Henning Kaiser/dpa
Ryan Tedder spielte mit seiner Band OneRepublic am Samstagabend (18. Juli 2026) im neuen Open-Air-Park in Düsseldorf.

Aktualisiert:
Gedränge, Chaos, kein Handynetz, Warteschlangen, Panikgefühle, überfordertes Personal – die Mängelliste nach der Premiere im neuen Düsseldorfer Open-Air-Park war lang. Das Konzert von System of a Down wurde vor einer Woche von den Fans gelobt, die Organisation scharf kritisiert.
Nach den massiven Beschwerden der Gäste schalteten sich auch Stadtrat und die Bezirksvertretung ein. Sie wollen von der städtischen Veranstaltungstochter D.Live nach den drei Auftakt-Veranstaltungen auf dem Parkplatz P1 eine Bilanz und machen die Klagen zum politischen Thema.
Open-Air-Park Düsseldorf: 20.000 Fans kamen zu OneRepublic
Am Samstagabend (18. Juli 2026) ging die zweite Show auf dem erstmals errichteten Festivalgelände über die Bühne. Und siehe da: Es lief weitestgehend rund. Platz ohne Ende, Getränkestände soweit das Auge reicht, entspannte Atmosphäre zwischen Autoscooter und Bühne.
Zwar waren immer noch einige Ordner unterwegs, die bei Fragen nicht helfen konnten. Die Block-Beschilderung an den Tribünen stimmte auch nicht überall. In den Pausen war an den Toilettenanlagen Geduld gefragt und beim einzigen Zugang zum Gelände wurde es auch etwas eng.
Vom Chaos der Vorwoche war das Drumherum dieses Mal jedoch meilenweit entfernt. Die Wahrheit liegt jedoch vor allem bei der Besucherzahl. Während die Metal-Band mit 80.000 Fans die Maximal-Kapazität anlockte, kamen zu den US-Superstars von OneRepublic „nur“ 20.000 Besucher. Entsprechend luftig ging es zu.
Apropos luftig: Nach wochenlanger Hitze zog nach dem Vorprogramm durch Lea und Jessie J abends erstmals wieder ein kalter Wind über das Gelände. Glücklich waren die, die eine Jacke oder einen Pullover mitgenommen hatten. Die Fans, die noch im Sommer-Outfit gekommen waren, froren ziemlich. Nur Frontmann Ryan Tedder (47) war glücklich.

Copyright: Henning Kaiser/dpa
Ryan Tedder versuchte sich auch immer an ein paar Brocken Deutsch. „Singt mit mir“, rief er den Fans grinsend zu. Die machten natürlich begeistert mit.
„Das ist ein perfekter Tag“, sagte er. „Wir sind seit 30 Tagen in Europa unterwegs. Und wir haben das Gefühl, dass die Hitze mit unserem Tourkalender mitgezogen ist. Madrid, Prag – überall Rekord-Temperaturen. Hier spielen wir erstmals mal nicht bei 33 Grad. Das ist das erste Mal in diesem Sommer, dass ich nicht schon vor dem Beginn der Show schwitze.“
Seit 24 Jahren gibt es die Alternative-Rock-Band. 2007 gelang ihr durch das Mitwirken von Timbaland mit dem Song „Apologize“ der benötigte Megahit. Danach produzierte Tedder mit seiner Band 56 Singles. Melodischer Hochglanz-Radio-Pop, sofort wiedererkennbar und musikalisch handwerklich sauber gebaut.

Copyright: Henning Kaiser/dpa
Gitarrist Zach Filkins von der Band OneRepublic. Die Musiker der US-Gruppe stehen ganz im Schatten des charismatischen Frontmanns Ryan Tedder.
Der Sänger weiß zudem sein Publikum um den Finger zu wickeln. „Das erste Land, in dem wir je waren, ist Deutschland. 2007 war das in Baden-Baden. Seitdem ist Deutschland unsere Heimat fernab der Heimat geworden“, sagte er und erntete viel Applaus.
Er schoss drei signierte Fußbälle ins Publikum. „Die WM endet schließlich nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte er. Für die DFB-Elf war der Titel „Marchin' On“ vor einigen Jahren fester Bestandteil der Playlist.
Ins Düsseldorfer Programm schaffte es der Song gar nicht, denn die Auswahl an bekannten Mitsing-Hits ist so schon lang genug. „Stop and Stare“, „Secrets“, „Run“, „I ain’t worried“, „Counting Stars“, „If I Lose Myself“ – die großen Refrains passten perfekt zum Open-Air-Rahmen.

Copyright: Henning Kaiser/dpa
OneRepublic spielten bei ihrem Konzert in Düsseldorf über 20 Hits. Das Publikum feierte den eingängigen Popsound.
Tedder ist zudem nicht nur Frontmann, sondern einer der erfolgreichsten Songwriter und Produzenten seiner Generation. Dass er Megahits für Adele, Ed Sheeran, Taylor Swift oder Tate McRae geschrieben hat, sagte er nicht ohne Stolz. Als Kostprobe präsentierte die Band daher auch Titel wie „Halo“ (Beyoncé), „Bleeding Love“ (Jesse McCartney) und „Lose Somebody“ (Kygo).
Immer wieder schaute der US-Sänger von der Bühne auch den startenden Flugzeugen hinterher, die über die Köpfe des Publikums in den Himmel verschwanden. „Die fliegen nach Dubai. Hey, schmeißt uns Geld runter. Ihr habt es doch“, rief er einer Maschine hinterher. Das neue Open-Air-Gelände bietet reizvolle Momente – wenn denn die Abläufe passen.
