Wie traurig Kleiner Wolf tot am Straßenrand – gehörte er zum Eitorfer Rudel?

Ein junger Wolf wurde tot aufgefunden.

Ein Welpe, der wahrscheinlich zum Eitorfer Rudel gehörte, wurde tot an der B8 gefunden. Das Symbolfoto zeigt einen Wolfswelpen in einem Zoo in Eberswalde.

Eitorf – Für Klaus Weddeling von der Biologischen Station des Kreises ist es eine traurige Nachricht. „Wir müssen damit rechnen, dass es sich um ein Welpe es Eitorfer Rudels handelt“, so der Biologe.

Am Mittwochabend wurde ein totes Tier an der B8 bei Rettersen gemeldet. Nach Einschätzung von Experten handelt es sich dabei vermutlich um einen männlichen Wolfswelpen. Zur Identifizierung des Tieres werden Gewebe-, Haar- und/oder Speichelproben vom Senckenberg-Institut in Gelnhausen genetisch untersucht. So kann auch festgestellt werden, ob der Welpe zum  Leuscheider Rudel gehört, das sich an der Grenze von Rheinland-Pfalz zu Nordrhein-Westfalen zwischen Altenkirchen und Sieg aufhält.

Eitorfer Wolfsrudel: Welpe wird obduziert

Der Kadaver wird zudem tiefgefroren nach Berlin zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) geschickt und dort obduziert. So kann die Todesursache ermittelt werden und andere Verletzungen oder Krankheiten, die nicht von einem Verkehrsunfall rühren, können ausgeschlossen werden.

Sollte es sich tatsächlich um einen Wolfswelpen und einen Verkehrsunfall handeln, wäre dies nicht der erste Wolf, der auf der B8 von einem Fahrzeug erfasst wurde. Die Wölfin GW1415f war am 9.12.2019 ebenfalls in der Nähe von Rettersen in einen Autounfall verwickelt, hat diesen aber – offenbar verletzt – überlebt und im Frühjahr vermutlich sogar Junge zur Welt gebracht, die im Rhein-Sieg-Kreis gefilmt wurden.

Eitorfer Wolfsrudel: Ein Rüde gründete zwei Familien

Das Leuscheider Rudel aus Eitorf ist sowohl in Rheinland-Pfalz als auch in Nordrhein-Westfahlen derzeit das einzige Wolfsrudel. Zwar wurde letztes Jahr im August das erste rheinland-pfälzische Wolfsrudel mit fünf Jungen bei Neuwied fotografiert, dieses hat sich jedoch offensichtlich im vergangenen Winter aufgelöst.

Von der Wolfsmutter fehlt jede Spur, eine Tochter wurde in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen, eine andere mittels Kotfund in der Nähe von Neuwied. Beide Rudel, sowohl das letztjährige Neuwieder als auch das aktuelle Leuscheider, haben sehr wahrscheinlich denselben Vater, den Rüden GW1159m.

In NRW wurde um das Leuscheider Territorium das Wolfsgebiet Bergisches Land ausgewiesen, in RLP gibt es schon seit 2018 das Präventionsgebiet Westerwald, wo Tierhalter Fördermittel für wolfssichere Zäune erhalten.

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Dieser Artikel erschien zuerst im Kölner Stadt-Anzeiger.

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