Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys sorgen mit dem eigenwilligen Hype um den kreierten Italoschlager für ein ausverkauftes Gelände auf dem KunstRasen Bonn. Zwischen die fröhliche Stimmung mischen sich ernste Töne.
Publikum eskaliert zum Pop-PhänomenWichtige Botschaft im Bonner Schlagerstrudel

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Große Gefühle an einem wunderbaren Sommerabend. Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys sorgten am Donnerstag (6. August 2026) für einen ausverkauften Bonner KunstRasen.

„La dolce vita. In Sanremo. Mit die belle ragazze. Im Casino.“ 10.000 Menschen liegen sich glückselig in den Armen und schmettern diese weitestgehend sinnfreien Zeilen begeistert mit.
Der Bonner KunstRasen erlebt am Donnerstagabend (6. August 2026) eines der größten Pop-Phänomene der jüngsten Zeit. Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys kündigen sich selbst mit markigen Worten an: „Die heilige Messe des Italoschlagers. Ein gewaltiges Meisterwerk, die höchste Vollendung.“
Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys: Ausverkaufter KunstRasen in Bonn
Und dann stehen da die sechs Freunde aus Augsburg und München mit Schnauzbärten, Satinhemden und weißen Anzügen auf der Bühne. Sie fallen sich mit viel Pathos erst einmal in die Arme, als sähe man sich in dem Moment zum ersten Mal. Was als ironischer Insider-Witz begann, füllt inzwischen Stadien und Rock-Festivals.
Das Publikum ist bunt gemischt. Viele tragen Merchandise-Produkte der Band oder Trikots im SSC-Neapel-Stil. Auf dem Open-Air-Gelände am Rheinufer ist es so voll wie am Strand von Rimini. „Ich freue mich, erstmals hier am Rhein zu spielen, auch wenn der kein Wasser hat“, säuselt Roy Bianco ins Mikro, während noch die letzten Schnipsel des azurblauen Konfettis zu Boden sinken.
Sein Nebenmann – Die Abbruzanti Boys – ergänzt mit gespieltem Ernst: „Wir haben die tollsten Songs und besten Gags aus 44 Jahren dabei.“ Denn die vor zehn Jahren gegründete Band vertritt nach außen eine fiktive Geschichte.
Demnach sei sie ursprünglich 1982 in Italien gegründet und 1997 wieder aufgelöst worden. 2020 kam das Album „Greatest Hits“ raus, es war das erste.

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Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys sorgen mit ihrem gewollt kitschigen Italoschlager für ausverkaufte Konzerte. Auch in Bonn wurde die Band frenetisch gefeiert.
Die folgenden Werke „Mille Grazie“ (2022) und „Kult“ (2024) schafften es auf Platz eins in Deutschland. Und zum Kult hat sich diese Nischenmusik längst entwickelt. Musikalisch erinnert das Ganze an eine Mischung aus Dieter Thomas Kuhn, Guildo Horn und Fred Kellner. Garniert wird die Show mit unbeschwerter Leichtigkeit von Aperol Spritz, nostalgischer Sehnsucht nach dem Gardasee und kollektiver Euphorie.
„Die Band spielt Schlager. Es ist passiert. Wenn dann mein Herz, auf deinem Felsen havariert“, heißt es zum Start in MS Abbrunzatissima. Dann wird die Insel Santorin besungen. Die liegt zwar nicht in Italien, aber das ist alles egal. Hier geht es um Lebensfreude, Abschalten vom Alltag und hemmungsloses Feiern.

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Zur eigenwilligen Show gehören nostalgische Filmchen. Zwischendurch wird sogar das Keyboard kurz in Brand gesetzt.
Das musikalisch-ironische Spaßprojekt kann aber auch ernst sein. „Wir sind eine Glaubensgemeinschaft“, holt der Frontmann aus. „Wir glauben an Unterhaltung mit Haltung. Abfällige Kommentare gehen gar nicht. Wer sich queerfeindlich, homophob oder rassistisch verhält, gehört hier nicht hin. Das ist nicht Mallorca“, ruft er in die Menge. Die zahlreichen Plakate auf dem Gelände zum Awareness-Konzept unterstreichen, dass das Thema der Band wichtig ist.

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Mit Feuerwerk endete die Show von Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys auf dem KunstRasen vor 10.000 Fans.
Im Rausch des Italoschlagers gibt es in der Menge ohnehin nur Liebe. Und Bierduschen. Denn spätestens beim Megahit „Bella Napoli“ fliegen einige volle Becher durch die Luft. Zudem zeigt sich, dass der KunstRasen nur noch aus einer Steppe besteht. Bei den zahlreichen Schlagerstrudeln staubt es gewaltig.
Zu „Ich liebte die Musik“, „Sophia Loren“ und „Quanto Costa“ kann weiter laut mitgesungen werden. Vor „Capri ’82“ wird zu Beethovens „Freude, schöner Götterfunken“ das Keyboard in Brand gesetzt. Warum? Egal! Bei „Ponte di Rialto“ schießt Feuerwerk zum Himmel. Fehlt nur noch zum Abschluss ein großes Spaghettieis.
