Mallorca Preisgeld ließ Tierart fast aussterben, Stiftung rettete sie: „Wichtig für unser Ökosystem“

Waren auf Mallorca kurz vor dem Aussterben: Mönchsgeier. Die Arbeit der „Fundación Vida Silvestre Mediterránea“ hat sie aber gerettet.

Waren auf Mallorca kurz vor dem Aussterben: Mönchsgeier. Die Arbeit der „Fundación Vida Silvestre Mediterránea“ hat sie aber gerettet. 

Mönchsgeier wären auf Mallorca fast ausgestorben. Der Grund: Ein Preisgeld, das auf tote Tiere ausgesetzt war. Für den Erhalt und Schutz der Vögel leistet die „Fundación Vida Silvestre Mediterránea“ nun seit knapp zwanzig Jahren wertvolle Arbeit.

Ziemlich unscheinbar, kurz hinter einer Autobahnabfahrt mitten auf Mallorca zwischen Inca und Alcúdia im Landesinneren, liegt ein einzigartiger Ort. Die „Fundación Vida Silvestre Mediterránea“. Übersetzt heißt das etwa „Mediterrane Wildtierstiftung“.

Rund sechs Mitarbeitende und viele Freiwillige arbeiten hier seit Jahrzehnten, ganz besonders für den Artenschutz der Mönchsgeier. Diese Vögel waren auf Mallorca nämlich fast ausgestorben. Es bedurfte besonderer Aufklärung und viel Anstrengung, dass es sie heute wieder vermehrt gibt.

Mallorca: Stiftung kämpfte für Erhalt einer fast ausgestorbenen Tierart

Haben Sie von diesen Greifvögeln schonmal etwas gehört? Wenn nein, wundert das nicht. Es gibt sie nämlich sehr selten. Mallorca ist die einzige Insel, auf der die Tiere leben. Zudem sind sie im asiatischen Raum verbreitet.

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Vorweg: Die Mönchsgeier habe keine natürlichen Feinde und fressen Aas. Diese Information hatten die mallorquinischen Bauern in den 1950er Jahren jedoch nicht. Und ihr Unwissen tötete die Tierart auf Mallorca beinahe ganz.

Denn: Bauern vermuteten die Mönchsgeier als Mörder hinter ihren toten Schafen und versuchten daraufhin, die Vögel zu vergiften. Doch damit nicht genug. Die Regierung rief nämlich aus, dass ein toter Mönchsgeier eine Belohnung einbrachte. Wer also ein erlegtes Tier zum Rathaus brachte, bekam ein Taschengeld – mit Sicherheit ein besonderer Reiz.

20 Tiere, darunter ein Paar, lebten dadurch nur noch in der Serra de Tramuntana (Gebirge von Mallorca), als Juan José Sánchez Artés (✝) und Evelyn Tewes die Stiftung 2002 gründeten. Ihre Aufgabe im Allgemeinen: Die Erhaltung der Artenvielfalt auf den Balearen und im restlichen Mittelmeer. Im Speziellen hieß das: Die Steigerung der Population der Mönchsgeier und der Schutz der Umwelt.

Und das ist gelungen. 330 Tiere gibt es heute wieder im mallorquinischen Gebirge, darunter über 40 Paare. Mithilfe vieler Spendengelder und des Umweltamts von Mallorca konnte dieses Werk vollbracht werden. 

Ein großer Teil der täglichen Arbeit vor Ort: Wandernde daran hindern, nicht in die Nähe der Brutplätze der Tiere zu gehen und ihre Umwelt somit zu schützen.

Ein Blick in das Gelände der „Fundación Vida Silvestre Mediterránea“. Auf dem Bild sieht man einen Kräutergarten.

Ein Blick in das Gelände der „Fundación Vida Silvestre Mediterránea“. Auf dem Bild sieht man einen Kräutergarten.

Das ist wichtig, denn die Tiere sind sehr treu. Einmal den Partner bzw. die Partnerin fürs Leben gefunden, bleiben die Vögel zusammen und legen nur ein Ei pro Jahr. Bei der kleinsten Störung verlassen sie jedoch ihr Nest. Kommen sie nicht zeitnah zurück, kann die Chance auf ein neues Leben und auf die Steigung der Population bereits vertan sein. 

Zudem werden in der „Fundación Vida Silvestre Mediterránea“ verwundete Tiere versorgt, um sie dann wieder freizulassen, kranken Tieren wird, wenn nötig, ein Platz zum Sterben geboten.

Mitarbeiterin der Mallorca-Stiftung appelliert: Mönchsgeier sind „wichtig für unser Ökosystem“

Mitarbeiterin Sophia (27), die in Barcelona Umweltwissenschaften studierte, erklärte gegenüber EXPRESS.de die Wichtigkeit des Überlebens der Mönchsgeier: „Die Tiere sind wichtig für unser Ökosystem. Dadurch, dass sie Aas fressen, helfen sie bei der Reinigung und schützen uns vor Bakterien. Es gibt sie seit rund fünf Millionen Jahren, sie dürfen nicht aussterben.“

Um aufzuklären, arbeitet die Stiftung mit Schulen zusammen. Und auch ein neues Projekt ist bereits gestartet: Diesmal geht es um den Schutz von Bienen, mit der Hoffnung, genauso erfolgreich zu sein, wie bei den Vögeln.

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